Corona all over the world

Von Andrea

Gambia ist nicht das Tal der Glückseligen, an denen Corona vorbei geht. Es ist bekannt, dass der Vizepräsident und einige seiner Minister Corona hatten. Mein Eindruck ist, die gebildeteren Menschen verstehen, dass Corona nicht vorbei ist, noch lange nicht. Und die weniger Gebildeten sprechen davon, dass es zu Ende ist. Alles gut. Tatsächlich gab es einen monatelangen lockdown seit Mitte März bis vor wenigen Wochen.

Die Mitarbeiter in Jawlas Rainbow Lodge sind vorsichtig, halten Abstand, der ellbowcheck ist hier nun das übliche Begrüßungsritual. Wer weiß, vielleicht haben sie auch Angst vor uns Deutschen. Man weiß hier schon, wie arg Corona in Europa herrscht…Aber ich war sehr erstaunt, wie wenig die Leute allgemein darüber wissen. Ich meine, hier wird jedes Fußballspiel mit Begeisterung geguckt, so weit ich das beurteilen kann unabhängig davon, ob es eine besondere Wichtigkeit hat. Aber in den Pausen, bzw. wenn die Nachrichten kommen, scheint keiner hinzusehen. Jedenfalls stoße ich auf Fassungslosigkeit, wenn ich erzähle, wie schlimm es den Menschen in Deutschland, Europa und Amerika erging am Anfang der Pandemie, und wie schlimm es auch jetzt wieder ist.

Der Ventilator

Von Andrea

Wie schon gesagt: es ist heiß hier. Viel heißer, als ich es je erlebt habe. Und ich bin ja schon öfter hier gewesen.

Unser Auto, die Vanette, muss zur Werkstatt. Unserem Freund und Taxifahrer Mamadou trauten wir unser Auto an. Erstens kennt er sich gut mit Autos aus, und wusste sofort, was das Problem bei unserer Vanette ist, zweitens kenne ich ihn schon lange als meinen bevorzugten Taxifahrer, weil er immer absolut fair und hilfsbereit war. Ein richtig lieber, junger Mann. Letztes Jahr, als wir hier waren, war er gerade Vater geworden und das machte ihn offensichtlich sehr glücklich und auch stolz. Ich vertraue Mamadou. Deshalb war er gestern Abend hier, um unser Auto abzuholen und um damit morgen nach Brikama zu fahren, um es reparieren zu lassen. Er sagte, wenn wir als Weiße dort ankämen, würde es direkt das doppelte kosten. Und da hat er sicher recht.

Jedenfalls kam Mamadou gestern Abend, um das Auto abzuholen. Wir luden ihn in unsere Kemenate ein. Ich bot ihm Wasser an. Moslem. Softdrinks sind gerade aus, weil die Getränkefabrik und Brauerei gerade geschlossen hat. Wir saßen alle schwitzend in unserem Haus und klärten das morgige Vorgehen. Da fragte Mamadou ganz unvermittelt, ob wir keinen Ventilator hätten? Es sei doch recht heiß hier im Haus….

Also, naja, ich wollte ja den Luxus in unserem Haus immer so klein wie möglich halten. Der Kühlschrank war mein einziges Zugeständnis an den Fortschritt. Als mein Gatte Kurt auf die Idee kam , wir bräuchten elektrisches Licht im Haus, hab ich mich durchaus gewehrt. Die IKEA-Kerzen, die ich massenhaft hierher gekarrt hatte machten zwar eine gemütliche Atmosphäre aber nicht wirklich Licht. Das liegt wohl auch an dem anthrazitfarbenen Fußboden in unserem Haus. Der schluckt viel Licht…

Als Kurt und Markus dann im letzten November die Elektroleitungen für die elektrische Beleuchtung installierten und unsere in Marokko gekauften Lampen aufhingen, da musste ich schon eingestehen, dass das elektrische Licht ganz schön ist….

Und jetzt hat der Gatte mal ganz nebenbei, auf der Heimfahrt vom Strand, einen Ventilator gekauft! Wie geil ist das denn??? Luft! Luftbewegung! Ich liebe meinen Gatten! Er ist der Größte! Ehrlich, ich wäre auf die Idee mit dem Ventilator nicht gekommen!

Reifenwechsel am laufenden Band

Von Andrea

Nach einer heißen Nacht, die sich erst zum Morgen hin etwas abkühlte, nahmen wir im Schweiße unseres Angesichts schön heißen Kaffee zu uns. Dann fanden unsere glühenden Körper ein wenig Abkühlung unter einer unerwartet frischen Dusche.

Aus mit dem Quatsch jetzt! Es ist sauig heiß, kein Windlein weht. Bei der Hitze, in unserem Alter Sex? Da kann man sich ja gleich die Kugel geben.

Das tun wir alles nicht, sondern fahren mit unserer Vanette zum Turntable um Geld zu wechseln, Datenvolumen für den Huawei zu kaufen und im Supermarkt einzukaufen. Als wir das Auto geparkt hatten sahen wir das Malheur: der linke Vorderreifen war platt. Aber sowas von! Glücklicherweise war ein paar Meter weiter der Reifenaufpumper und -reparieren! Der kleine, eigentlich schulpflichtige vielleicht 12-Jährige stellte ziemlich schnell fest: da geht nichts mehr. Ventil im Eimer. Papa gerufen, Reifen abgebaut, Ventil repariert. Währenddessen hat Kurt den Ersatzreifen eingebaut. Ab geht die Post. Schnell noch zum Supermarkt und zum Getränkehändler um unseren nicht vorhanden Antialkoholgetränkevorrat aufzustocken. Aber das funktionierte irgendwie nicht.

Dann schnell nach Hause, die Einkäufe in den Fridge und dann ab an den Strand. Kurz vor Sanyang einer dieser Polizeikontrollpunkte. Die wollten es ganz genau wissen. Fahrzeugpapiere, woher, wohin, Führerschein. Alles prima. Ach ja, dann könnte man ja auch noch mal den Pass sehen. Hatte ich aber nicht. -Tja, den musst Du aber dabei haben. – Ja, das weiß ich, und es tut mir furchtbar leid, aber den habe ich einfach vergessen. Wir sind erst vorgestern angekommen und hatten in unserem Haus in Sanyang so viel zu tun, dass noch nicht alles an seinem Platz ist. Es tut mir wirklich schrecklich leid, dass ich den vergessen habe, aber was soll ich denn nun tun? – ein langes Schweigen meines Gegenübers. Wenn der jetzt denkt, er könnte bei mir abkassieren, werde ich zur Furie. Oder auch eher nicht. Dazu war ich nach den Aktivitäten bei dieser gnadenlosen Hitze gar nicht in der Lage. – Hm, ohne Deinen Pass kann ich nicht sehen, wann Du ins Land gekommen bist? – Oh, mein Mann hat seinen Pass dabei (der hatte dafür seinen Führerschein vergessen, weshalb ich fuhr). Schauen Sie da hinein, dort finden Sie unser Ankunftsdatum! – und – er ließ sich darauf ein! Und während er so neben dem Auto steht und in Kurts Pass herumblättert bemerkt er eher beiläufig, dass unser linker Vorderreifen platt ist. Ich gucke – alter Schwede, nicht nur platt, total im Arsch, würde ich sagen. Der freundliche Polizist bemerkte wohl meine Fassungslosigkeit und ließ uns endlich weiterfahren.

Ein paar Meter weiter auf festem Untergrund einer Tankstelle wechselten wir erneut den Reifen.

Erster Strandtag oder: die Ernüchterung

Von Andrea

„Jetzt aber ab an den Strand!“ hörte ich mich meinem Gatten zurufen, nachdem ich die Einkäufe in unserem Kühlschrank verstaut hatte. „Au ja! Lecker essen und dazu ein schönes kühles Blondes!“ meinte der Gatte. Am Strand bei Jawla angekommen die Ernüchterung: Essen ja, aber kleine Auswahl, außer Pommes nichts Vegetarisches. Chickenkebab? Gerne, aber ohne Tomaten. Bier? Gibt es gerade nicht. Senegal hat gerade mal wieder die Grenze dicht gemacht. Da kommt z.Z. nichts an. Wie jetzt??? Kein Bier?

Allmählich verstehen wir und sind komplett fassungslos. Der einzige Getränkehersteller Gambias, die Jewelbruw Brauerei, hat schon vor Corona dicht gemacht. Neben dem einzigen Bier in Gambia stellte sie auch bei Gambian die allseits ausserordentlich beliebten Softdrinks Fruitcoctail und Vimpta her. Das gab es alles nicht mehr! Nix! Kein Bier, kein Fruitcoctail, kein Vimpta! Und auch kein Malzbier. Um mich richtig zu verstehen: bei diesen Temperaturen und der ganzen Schwitzerei muss man neben dem ganzen Flaschenwasser auch mal Mineralien, also auch Zucker zu sich nehmen. Dabei haben wir die einheimisch produzierten Softdrinks einer Cola vorgezogen. Jetzt dämmerte uns, weshalb wir an unserem ersten Abend bei Jawla deutsches Büchsenbier unbekannter Herstellung zu trinken bekamen, und warum es heute Vormittag so völlig unmöglich zu sein schien, unseren Getränkevorrat aufzustocken. Potzblitz! Unser Kühlschrank ist sehr gut mit Juwelbruw gefüllt! Der ist ein Vermögen wert…Schatz, wir sind reich!

Puh, was für ein Klima!

Von Andrea

Heute Vormittag sind wir von Jawlas Rainbowlodge in unser Haus umgezogen. Es ist ja sowas von schwül und heiss! Aber Schwitzen reinigt die Poren…die einen gehen in die Sauna, was jeder kann, die anderen nach Gambia, was in diesen Zeiten auch kaum jemand tut…

Im Rainbow waren wir die einzigen Gäste. Trotzdem haben wir gleich heute Morgen viele bekannte Gesichter gesehen und begrüßt. Die Hotelmitarbeiter, die ich teilweise seit meinem ersten Aufenthalt hier 2013 kenne, sind alle gebrieft, wie es scheint. Sie halten Abstand und geben uns nicht die Hand zur Begrüßung.

Am Haus angekommen, freue ich mich, dass der gröbste Dreck bereits von Freunden vor unserer Ankunft beseitigt wurde. So brauchte ich nur noch das finetuning machen, also alles noch mal feucht überwischen, Betten beziehen, Kühlschrank lüften – ahhhh, der war voller Bier! Noch von vor einem Jahr! Es schmeckte gut, schön kühl! Wir hatten letzten November unseren gesamten Getränkevorrat in den Kühlschrank gepackt. Strom kostet uns ja nicht. Haben Solaranlage.

Abends haben wir selber gekocht: Ravioli in Gemüsesauce von Erasco und mit Chilisauce aufgepeppt.

Die Warmlicht Glühlampen, die wir für unsere marokkanischen Deckenlampen von Deutschland mitgebracht hatten, hüllten uns abends in wunderschönes warmes Licht.

Die erste Nacht in unserem schönen Haus war heiß!

Ankunft in Sanyang-Beach

Von Andrea

Die Regenzeit ist hier normalerweise im September gelaufen. Dieses Jahr ist alles anders. Es hat dieses Jahr übermäßig viel Regen gegeben, die letzten Schauer fielen vor ein und zwei Wochen und waren damit nicht nur sehr spät in der Saison, sondern auch so heftig, das man drüber spricht.

Wenn alles einfach wär, wärs nich Afrika

Von Andrea

Punkt 5.00 Uhr am Morgen fuhren wir vom Hof Richtung Brüssel. Mit einer Nissan Vanette wie unserer ist das nicht mal eben gemacht. Das ist an sich schon eine regelrechte Reise. Vorausschauend hatten wir das Bett eingebaut, und so konnten wir uns beim Fahren abwechseln, wenn dem Fahrer mal wieder die Müdigkeit überkam. Denn die Nacht war kurz und vor Aufregung unruhig…

Drei Stunden vor Abflug waren wir am Brüsseler Flughafen, pünktlich also. Hier dürfen wegen Corona nur Flugreisende ins Gebäude, keine Freunde oder Verwandte, die jemanden bringen oder abholen wollen.

Als wir ins Flughafengebäude kamen, fiel uns gleich diese unheimliche Leere auf. Die allermeisten Geschäfte waren geschlossen und richtig zugehaust, oder wie man das sagen soll. Mir fällt da noch immer kein passendes Wort für ein. Keine Auslagen, keine Schaufenster, alles Blickdicht zu, als gäbe es kein Morgen.

Die Abfertigungshalle menschenleer. Wir kamen sofort an die Reihe. Oder besser gesagt, wir störten die Dame beim Warten auf Kundschaft. Die Dame war nicht unhöflich, nicht, dass man sagen konnte, sie wäre nicht hilfsbereit. Aber irgendwie doch total unfreundlich. Sie buchte uns auf unsere Wunschsitzplätze, es gab noch genug freie, und wir unser Gepäck gemeinsam und nicht einzeln. Dann hätten wir mit dem einen Koffer ein Problem kriegen können, weil er zu schwer war. Und dann sagte sie: „So, Sie wollen nach Gambia? Dann sind sie dort Residenz?“ „Nein, wir sind keine Residenz, wir sind Touristen.“ „Die lassen da keine Touristen rein. Wegen Corona! Die schicken Sie direkt wieder nach Hause.“ – Was für ein Spaßvogel sie doch sein konnte…“Doch!“ insistierte ich, „seit einer Woche lassen sie Touristen ins Land!“ Meine an den Tag gelegte Selbstsicherheit schien sie nun wiederum zu irritieren und so fragte sie ihre Kollegin. Leider diskutierten die beiden in Flämisch, so dass wir leider kein Wort verstehen konnten, aber sie blieben bei ihrer kleinen Diskusion ernst, nicht ein Hauch von Lächeln überflog ihr Gesicht. Sie blätterten in irgendwelchen Unterlagen und ohne ein weiteres Wort fertigte sie uns ab.

Die Abflughalle T, von der ich sonst abfliege war geschlossen. Alle internationalen Flüge gingen von Halle B ab. Auch hier gähnende Leere. Aber mit der Zeit füllte sich unser Gate. Es waren ordentlich viele Menschen, die mitfliegen wollten. Sehr viele Gambia, die vielleicht im Ausland leben, und nun endlich ihre Familien in Gambia besuchen wollten. Alles sehr diszipliniert Abstand haltend und tapfer Masken tragen. Das ging auch den ganzen Flug über so, nur ganz vereinzelt tanzte jemand aus der Reihe, wurde vom Boardpersonal aber schnell wieder eingefangen…

In Banjul Airport angekommen, überraschte uns eine modernisierte Ankunftshalle mit endlich mehr Schaltern als früher, so dass die Passkontrolle recht schnell abgewickelt werden konnte. Leider nach wie vor keine Klimaanlage, aber die werden eh überschätzt…

Und schwups waren wir am Gepäckband. Die Renovierungsarbeiten sind hier noch nicht abgeschlossen, aber es sind nur noch Kleinigkeiten, die zu erledigen sind.

Bis auf das Gepäckförderband. Das hätte man im Vorfeld besser mal testen sollen, ob auch alle Kabel richtig angeschlossen sind. Da hilft es auch nicht, wieder und wieder in den Schalterkasten in der Wand zu schauen. Auch nicht, wenn das mehrere verschiedene Menschen tun. Also schaute man abwechselnd in den Kasten, legte Schalter hin und zurück, noch und nochmal, schaute sich gegenseitig an, telefonierte, jeder telefonierte, schaute noch mal in den Schalterkasten, – aber nichts tat sich. Die Schalter mögen es vielleicht nicht, angeschaut zu werden? Vor allem, wenn so viele verschiedene Menschen schauen…

Der Vorschlag einiger gambischer Reisender, der erst leise, dann aber doch immer lauter vorgetragen wurde, nämlich die Gepäckstücke händisch aufs Förderband zu stellen, wenn es denn nicht von sich aus fördern will, musste dann doch erstmal intensiv diskutiert werden. Man benötigte wohl auch die Erlaubnis eines Chefs, denn es kamen noch Offizielle dazu, die wie Chefs aussahen. Nach ca. einer Stunde Wartens ohne Klimaanlage bei gefühlten 40 Grad C in der Halle und unter immer weniger rücksichtsvoller Einhaltung der Abstandsregeln setzten sich dann einige Angestellte in Bewegung und holten die Koffer per Hand aufs stillstehende Förderband, so dass sich die Fluggäste ihre Gepäckstücke einsammeln konnten.

Ich erinnere mich an meine ersten Flugreise in ferne Länder, in denen es diese famosen Gepäckbeförderungsbänder noch nicht gab. Da wurde das Gepäck einfach razzifazzi auf dem Rollfeld aufgereiht und schwups hatte man alles zusammen…

Endlich geht es wieder los

Von Andrea

Mittwoch ist es soweit: Kurt und ich fliegen nach Gambia. Mitten in Corona. Bei steigenden Infektionszahlen in Deutschland und ganz Europa.
Mein Gambiaflug im März war wegen Corona ausgefallen. Auf das Geld warte ich noch immer.
Im September bekam ich aus Gambia die Info, dass Gambia seine Grenzen für Touristen Anfang Oktober wieder öffnen würde. Glücklich über diese positive Information kaufte ich zwei Flüge direkt von Brüssel nach Banjul und zurück, Abflug 21. Oktober.
Erst am 13. Oktober aktualisierte das Auswärtige Amt seine Reiseinformationen zu Gambia und dass Touristen nun wieder ins Land kommen! Das war eine nervliche Hängepartie!
Aber jetzt ist eigentlich alles soweit klar. Morgen Früh müssen Kurt und ich uns auf Corona testen lassen. Das Testergebnis bekommen wir in Englisch per Mail. Alles easy! Am Dienstag muss ich dann nur noch ein paar Formulare zur Rückverfolgung ausfüllen, onlinecheckin machen und dann kann es Mittwochmorgen mit dem Auto auch schon nach Brüssel gehen.

Die Infos zum Flughafen und zu den Verhältnissen im Flugzeug erwecken tatsächlich mein Vertrauen. Ich befürchte nicht mehr, dass wir uns dort infizieren könnten. Und damit wächst auch meine Vorfreude auf den langersehnten Urlaub in unserem Haus in Sanyang, Gambia!

Autozulassung

Von Andrea

Es wird Zeit, auch mal was Positives zu Gambias Offiziellen zu schreiben. Die Anmeldung meiner Nissan Vanette ging nämlich flott und effizient. Freundlicherweise hatte Banna mir seinen Cousin zur Seite gestellt, der mir dabei half, die richtigen Büros und die richtigen Worte zu finden. Ein Bild von Mann! So schön!!!

Mit diesem schönen Mann, Mamoud, habe ich mich Montagmorgen um 10.00 Uhr getroffen, und Mamoud war pünktlich wie die Feuerwehr! Sehr gut! Zunächst ging es zur Polizei, um mein Auto registrieren zu lassen und ein Nummernschild zu beantragen. Der Polizist füllte ein Formular aus, zu dem er mir einige Fragen stellen musste, z. B. Was für ein Autotyp, groß, oder klein, Farbe (!), Diesel oder Benzin, …. Mit all diese Informationen und noch mehr füllte er das Formular aus. Einige der Angaben gab er dann auch in sein Computersystem ein, dass dann wiederum diese Wunderschöne Nummer ausspuckte. Nach WCR für West Coastel Region folgt die 5200 A. „Oh“, schwärmte der Polizist, ich sei eine sehr, sehr glückliche Frau heute Morgen. „Hä?“ „So eine wunderschöne Nummer! Da haben Sie aber ein riesen Glück!“ Da könne ich mich aber freuen, über so eine wunderschöne Nummer. Ja, dann freute ich mich. Er wollte es ja so.

Anschließend mußte ich bei der Bank gegenüber der Polizei Geld für die Autoanmeldung bezahlen. Die Bank ist sehr schön kühl klimatisiert, ist sehr sauber, mit Marmorfußboden, riesigen Fernsehbildschirm an der Wand, und hat im Obergeschoss extra einen Schalter, an dem man die Bezahlung für die Autoregistrierung vornimmt. Es gab keine Schlange, wir kamen sofort an die Reihe. Mit dem Einzahlungsbeleg gingen wir zur Versicherung, die gleich nebenan ihr Büro hat. Dort wurden wir ausführlich über die verschiedenen Versicherungsarten aufgeklärt und ich entschied mich für die günstigste Variante. Darauf bekam ich meine Versicherungspolice, die ich immer im Auto aufbewahren müsse!!!! Nun ging es mit Einzahlungsbeleg und Versicherungspolice zurück zum Polizisten. Dort durfte ich nun das Formular unterzeichnen und mein Antrag wurde per Internet nach Banjul in die Nummernschildpräge geschickt.

Nun benötigte ich noch einen Sticker, der belegt, dass ich die Straßenbenutzungssteuer bezahlt habe. Dafür mussten Mamoud und ich einen etwas längeren Weg quer durch das Marktviertel hinter uns legen. Dort bezahlte ich die Straßensteuer und im nächsten Raum, der so kalt klimatisiert war, dass man das Fenster geöffnet hatte, um Erfrierungserscheinungen entgegenzuwirken, bekam ich dann den Beleg, dass ich die Steuer bezahlt habe. Zurück zur Polizei zur Straßensteuerabteilung bekam ich dann den Sticker, der belegt, dass ich die Straßenbenutzungssteuer bezahlt habe. Den muss ich in die Fensterscheibe kleben, damit die Polizisten an den gelegentlichen Kontrollen sofort sehen können. Tja, und schwubs waren wir in nur knapp zwei Stunden durch! Und, kaum zu glauben, am nächsten Morgen um 10.00 Uhr konnte ich meine Nummernschilder entgegen nehmen. Und noch einmal schwärmte der Polizist, was ich doch für ein Glück hätte, so eine schöne Nummer bekommen zu haben.

Ich hab dann mal nachgefragt und in Erfahrung gebracht, dass die Leute gern so eine schöne Nummer wie ich hätten, weil sie gut zu merken ist! O.k.! Mit persönlich gefällt vor allem das „A“ im Nummernschild. „A“ wie Andrea!

Irgendwann ist alles zu Ende

… so auch der schönste Urlaub. Eigentlich wollten wir nach dem Kofferpacken und aufräumen noch an den Beach fahren, aber dann war uns das doch zu viel Stress. Also gammelten wir noch am Haus herum. Der Sprinter wurde noch komplett entleert und entgültig geparkt, Nummernschilder abgebaut, da er in Deutschland noch abgemeldet werden muss. Die Vanette wurde direkt daneben geparkt mit ihren nagelneuen gambischen Nummernschildern.

Der fertiggewordene Store wurde eingeräumt und dann ging es mit Mamadou gegen 16 Uhr auch schon los zum „Blue Kitchen“. Dort wollten wir vor der Abreise noch etwas essen und noch ein, zwei Humpen Zapfbiet geniesen.

Das Flugzeug startete pünktlich um 21:40 in Banjul und war um 3:40 in Barcelona. Jetzt galt es fast 7 Stunden rumbringen, wo es hier keine ordentlichen Schlafgelegenheiten gab. Aber wo ein Wille da ein Weg.