Tag 13, Nouakschott nach Saint Louis

Wir haben den Tag mit einem kräftigen Frühstück in der Auberge Sahara begonnen. Es gab Kaffee und Omelett mit Tomaten, dazu Brot, Butter und Marmelade. Es war gar nicht so einfach auf der richtigen Straße aus Nuakschott heraus zu kommen. Aber mit Durchfragen haben wir es dann doch geschafft. Immer wieder haben wir nach dem Weg nach Rosso gefragt, da von der Straße dann die Strasse nach Diama abgehen sollte und nicht jeder unsere Frage verstanden hatte, da sie nur arabisch sprechen. Unser Navi hatte kläglich versagt, da es diese Strecke noch nicht kannte. Es lief gut, und als wir mal nach einer kalten Cola suchten fanden wir auch wieder einen Laden mit Kühlschrank. Leider war das Gas alle und der Kühlschrank war ein Warmschrank. Trotzdem war das Getränk, ein Fruchtsaft aus Ananas und Orange (aus Ägypten) sehr erfrischend. Der Junge aus dem Laden kannte natürlich wieder alle deutschen Fussballstars und wurde selbst Ballack genannt. Ich durfte dann auch noch ein Bild mit Ballack machen.
Der Abzweig sollte ca. 50 km vor Rosso sein, und siehe da, da war auch schon die Teerstrasse. Ein letzter Kontrollposten, der eine „fiche“ (die Pass- und Fahrzeufinformationen, die wir im Vorwege 30fach kopiert hatten) wollte. Uns sprach auch direkt ein Schlepper an, der uns beim Grenzübergang behilflich sein wollte. Die Regeln an der Grenze zu Senegal haben sich noch einmal verschärft. Ein normaler Konvoi kostet jetzt angeblich 500 Euro, ein Pas-Avant nur 250 Euro. Diesen bekommt man aber nur, wenn man einen offiziellen Schleuser hätte. Uns fiehl die Entscheidung dann nicht schwer und der Schleuser fuhr mit seinem Wagen vor. Die Teerstrasse endete nach ca. 30 Kilometer. Hier war sein „Büro“, ein Lebensmittelladen. Er nutzte das dortige WiFi, um Bilder von unseren Dokumenten zu machen und schon einmal an die anderen Schleuser an der senegalesischen Grenze zu schicken. Jetzt wurde auch die Rechnung aufgemacht. Man hatte ja Zeit bei einem weiteren Fruchtgetränk. Diesmal Mango mit echten Fruchtstücken aus Thailand. Insgesamt waren ca. 10 Posten zu berücksichtigen. Das Eintrittsgeld in den Naturpark, den wir durchfuhren, ein bisschen Geld für die einzelnen Stempel, vom Zoll, Police und Gendarmerie, jeweils 10 Euro, 80 Euro für die Versicherung im Senegal und Gambia, dann noch einmal 30 Euro für die Brücke über den Senegalfluß und diverses für die Polizisten im Senegal. Insgesamt belief sich dann die ganze Summe auf 605,00 Euro, aber keinen Cent mehr. Wir hatten schon einen dicken Hals, da er bei seiner Ursprungskalkulation sein Taxigeld vergessen hatte (15 Euro) und auch die Tarife für die Polizisten gestiegen waren. Auch konnte man für 250 Euro nur noch ein 24 Stunden Pas-Avant bekommen, wir brauchten aber eines für mindestens 2 Tage. Auch wurde dann noch entdeckt, dass wir ein Motorrad mitführen, das kostet jetzt auch noch einmal 50 Euro für den Eintrag in das Pas-Avant. Unser Schlepper hieß Mohammed Ali, Tel: 00222-49848922. Wen ich den noch einmal sehe, wüßte ich, was ich mit dem machen würde. Es sei hiermit vor dem Halsabschneider gewarnt.
Jetzt sitzen wir an der senegalesischen Grenze und warten auf unser Pas-Avant, welches von Saint Louis kommt. Die Versicherung haben wir schon, sie hat 50 Euro für vier Wochen CEDEAO (alle Länder Westafrikas, inklusive Gambia) gekostet. Ali wollte dafür über 100 Euro haben, wir haben 80 bezahlt.

Die Fahrt durch das Naturschutzgebiet bis zur Grenze bot aber auch einige Highlights. Die Piste war so schlecht, dass es uns zwischendurch fast die Plomben rausgehauen hätte, aber es gab die ersten Langhornrinder, Warzenschweine und Pelikane. Die versprochenen Krokodile allerdings nicht. Der „liebe“ Ali erzählte ein Geschichte von einem Krokodil, welches neulich das Handy eines deutschen Touristen gefressen hat. Er hätte es aber wohl lieber vorher aus der Hand legen sollen. Ob die Story stimmt, wissen wir allerdings nicht.

Nach ca. 4 Stunden Wartezeit an der senegalesischen Grenze, die wir uns mit kochen und Kaffeetrinken vertrieben, war das pas Pas-Avant  endlich da uns wir konnten Unbehellift Richtung Saint Louis abdampfen. Das Camp war schnell gefunden dank der Koordinaten und des Navis, und sogar die Bar hatte um 21 Uhr noch geöffnet. Leider war de Küche kalt und es gab nicht mehr zu essen. Aber das bisschen was wir essen können wir auch trinken. Nach drei großen Gazellen Bieren war die nötige Bettschwere erreicht. Markus parkte den Wagen noch einmal um und fuhr sich direkt vor den Toiletten im Sand fest. Aber das sollte erst morgen unser Problem werden.

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