Bäume pflanzen, Bäume abhauen

So ist der Lebenslauf. Ganz zu Anfang unserer Bautätigkeit, hatten wir noch vor dem Zaunbau den Kapokbaum fällen lassen. Er wurde zu Brettern aufgesägt und die Äste verbrannt, da sie aufgrund der Dornen nicht zum Feuerholz taugen. Eigentlich schade um diesen grossen Baum, aber der Nachbar soll von den herumfliegenden Samen immer eine Augenentzündung bekommen haben. Dies ist jetzt vier Jahre her und die Wurzeln waren schon sehr verrottet. So habe ich mit der Pickaxt daran gemacht sie auszubuddeln und der thermischen Verwertung anheim zu geben, um Asche zu Düngungszwecken zu erzeugen.

Ascheerzeugung als Düngemittel

Aber wir pflanzen auch neue Bäume. Neben mehreren Avocadomäumen, Bananen, Papayas und Zitronenbäumen haben wir dieses Jahr einen Affenbrotbaum (Baobab) mitgebracht. Einmal habe ich mich vergeblich um einen lokalen Setzling bemüht. Dann hat mir Markus einen zum Geburtstag geschenkt. Über das Internet hatte er nur das nackte Stöckchen ohne Blätter und Wurzeln bezogen. Nach langen bangen Wochen haben sich Blätter und Wurzeln entwickelt. So habe ich ihn jetzt im Handgepäck mitgenommen und direkt vor unserem Haus eingepflanzt, wo er anscheinend auch die erste Woche überlebt hat.

Das Motorrad läuft nicht mehr :-(

Bevor wir die Vanette hatten, sind wir mit der Honda an den Strand gefahren. Trotz unseres Wagens versuche ich immer noch das Motorrad am Laufen zu halten. Jetzt waren die Stossdämpfer dran. Bei der Einreise wollten sie sogar Zoll für die nagelneuen Teile, aber das konnten wir noch einmal abwenden. Beim Einbau derselben stellte ich allerdings fest, dass die Augen der Stossdämpfer zu gross waren. Zum Glück lag noch ein Satz kleinerer Augen bei. Trotz intensiver Bearbeitung mit dem kleinen 200 Gramm Hammer liessen sich die Augen nicht austreiben. Es brauchte eine hydraulische Presse. Hier dachte ich an die LKW-Werkstatt der „ Blue Kitchen“. Gesagt, getan, ein frisches gezapftes Bier im „Blue Kitchen“ ist immer ein Argument. Was ich nicht bedacht hatte, bei den neuen Augen handelte es sich um zwei kleinere und zwei grössere. Aber anstatt je ein kleines und je ein grösseres Auge an einem Stossdämpfer zu verbauen wurden an einem Stoßdämpfer zwei kleine und am Anderen zwei grössere verbaut. Das konnte nicht passen. So habe ich mir einen Stossdämpfer zurecht gebaut und musste heute noch einmal hin. Gezapftes Bieg gibt es leider immer noch nicht. Die Brauerei ist in den Senegal verlagert worden, und so gibt es die wildesten Biersorten aus Portugal, Dänemark und Deutschland. Aber keine Pfandflaschen mehr, nur noch Büchsen und Einwegflaschen. Nach dem Wechseln der Zündkerze springt das Motorrad übrigens auch wieder auf den ersten Kick an😎

Honda XL 185S mit neuen Stossdämpfern

Coronaflucht

Eigentlich wäre es der 60ste Geburtstag von Andrea gewesen, den wir in Gambia groß wollten. Es hatten auch schon viele Freunde zugesagt, sich teilweise sogar schon impfen lassen, um mit uns nach Afrika zu fahren bzw. zu fliegen, um dann dort am Strand die große Sause zu machen. Aber es kam alles anders. Und so sagten alle Freunde wieder ab und wir auch die Party.

So machen wir das halt nächstes Jahr. Aber wir wollten auf jedenFall fliegen. Endlich mal wieder raus. Seit November letzten Jahres war viel passiert. Nicht nur hier in Deutschland auch in Gambia. Gerade vor kurzer Zeit hat man dort einen Senegalen festgenommen, der wohl bei ein einen Gambier erstochen haben soll. Da die Polizei nicht so reagierte, wie es der Mob erwartete hat man kurzerhand die Polizeiwache angezündet. Und danach auch noch die chinesische Fischfabrik in Sanyang. Darum ist es nun wirklich nicht schade, aber wie schnell kann so etwas hochkochen?

Ich backe gerade noch zwei Eiweisbrote, die ich dann mitnehmen will. So hat man etwas Abwechslung zu den ewigen Weißbrotstangen (tapalapa). Auch nehme ich wieder ein Pflanze mit. Markus, mein Arbeitskollege und guter Freund hat mir zum Geburtstag einen Baobabsteckling geschenkt.

Der Baobabsetzling

Dieses habe ich auch gut gehütet und jetzt tritt er wieder die Reise in die Heimat an. Er soll dann direkt bei uns in die Einfahrt vor das Haus, so als „arbre à palabre“. Mal sehen, ob das klappt.

Julbrew ist Geschichte

Bis Februar 2020 gab es in Gambia eine Brauerei die sich „Julbrew“ nannte.

Links das Original, rechts das aus dem Senegal

Neben dem bekannten Bier mit dem grünen Etikett, dem Eisvogel als Emblem und dem Spruch „The Gambias best beer“ wurden dort natürlich auch die weltbekannten Anti-alkoholischen Getränke erzeugt, wie Malta, Fruitcocktail und Coca-Cola. Aber auch andere zuckersüssen Softdrinks wie Fimto und dergleichen. Gerade in muslimischen Ländern liegt die Stärke einer „ Brauerei“ bei den Softdrinks. Jahrzehntelang hat die Brauerei für gut Steuereinnahmen gesorgt. Bis einer der Ministern die Steuerschuld auf 80 Prozent angehoben hat. Das konnte natürlich die beste Brauerei nicht mehr erwirtschaften und wanderte in den Senegal ab. Alle Maschinen wurden abgebaut und im Senegal wieder aufgebaut. Jetzt gibt es „ Gambias best beer“ aus dem Senegal. In einer neuen Flasche, d.h. die alten Leergutkisten werden nicht mehr angenommen. Hat das Bier früher in der Kiste 960 Dalassis gekostet, so lostest es heutzutage 1920 Dalassis. Dafür hat es anstatt 4,7 jetzt 5,2 Prozent Alkohol. Da fragt man sich, Wem hat es geholfen ??? In der Kneipe kostet das Bier jetzt anstatt 60 Dalassis 130. Dafür ist Importbier aus Portugal „Sagres“ in der 250ml Dose als Wegwerfartikel günstig zu erwerben. Schöne ? globale Welt. Die Importeier aus Polen haben auch schon wieder zugenommen. Natürlich Käfighaltung !!!

Der neue Nachtwächter

Endlich war Sinoreh fort. Zum Schluss hat er doch sehr genervt. Alle Bekannten fanden ihn auch sehr befremdlich. Was wir am Anfang noch interessant fanden stellte sich später als wüste Übertreibungen heraus. Auch hatte er immer sehr kreative Erklärungen parat, die der Wirklichkeit nie standhielten.

Der Neue fing gestern Abend an und alles war prima. Wenn man lange genug auf ihn eingeredet hatte konnte man glauben er hat es verstanden. Heute morgen gegen 8 Uhr gab es ein lautes Geschäpper draussen. Eine Flasche war heruntergefallen und der Nachtwächter gleich mit. Wir lagen noch im Bett, eilten ihm aber direkt zur Hilfe. Er lag bewegungslos am Boden, zitterte am ganzen Leib, hatte Schaum vor dem Mund. Ich lief zum Nachbarn Hassan und Andrea informierte Louis. Später stellte sich heraus, dass es sich wohl um einen epileptischen Anfall gehandelt hatte. Mit Hassans Hilfe bugsierten wir ihn in den Wagen und fuhren zum Hospital. Louis trafen wir auf dem Weg dorthin. Nach einiger Wartezeit kam Dimingo an die Reihe und musste erst einmal Urin jnd Blut abgeben. Das wurde dann auch direkt untersucht. Dann war es eine elendige Warterei. Der „Chefarzt“ kam nach gut zwei Stunden Wartezeit und sah uns da sitzen. Dann ging alles ganz „schnell“. Nach gut vier Stunden waren wir durch, hatten zwei Mal Medikamente im Ort gekauft. Dimingo wurde von seiner Famkk im lie abgehllt und zu deren Haus gebracht. Wir sind der Meinung, dass es keine gute Idee ist einem so kranken Menschen ganz allein auf unserem Grundstück leben zu lassem. Louis hat sich angeboten in der Zeit, in der wir nicht hier sind auf das Haus aufzupassen. Dimingo wird morgen wieder in den Kreis seiner Familie entlassen und wir suchen uns wieder einen neuen Nachtwächter. Schade.

Neuer Reifen

Nach dieser endlosen Bürokratieorgie dann auch noch was positives. Auf dem Rückweg hielten wir bei einem Neureifenhändler an. Normalerweise bedienen sich die Gambier an den Altreifen aus Europa die dort in Containern ankommen. Sehrwahrscheinlich auch aus Deutschland von Firmen wie „Reifen.com“. Die kosten dann auch nur einen Bruchteil vom Neupreis. Für so einen Reifen zahlt man 400-500 Dalassis (ca 8 Euro). Und Reifen, die in Deutschland schon als schlecht angesehen werden fahren hier noch einige 10.000 km.

Der Laden ist gut geführt von einem Libanesen, det aber sofort wusste, dass er keinen 185/75 hat sondern nur einen richten 185er. Dafür in der „C“ Ausführung für kleine Lkw, wie die Vanette eine ist. Dort gab es auch professionellen Rangierwagenheber und Schlagschrauber. Natürlich auch Maschinen zum Reifen aufziehen und Auswuchten. So war alles Sache von sehr kurzer Zeit. Nur das mit dfm Auswuchten war wohl nicht so wichtig. Beim Überprüfen und Nachpumpen der anderen Reifen ist noch ein defktes Ventil aufgefallen. Das wurde natürlich auch noch kostenfrei gewechselt. Nach kurzem Verhandeln einigte man sich auf 3000 Dalassis ( ca 55 Euro) und somit ca die Hälfte von dem, was wir in Marokko bezahlt haben. Mit zwei gleichen grossen Reifen auf der Hinterachse ging es dann beschwingt an den Beach.

Neues Nummerschild

Nach der Werkstatt sind wir nach Banjul gefahren. Mein Motorrad braucht ein neues Kennzeichen. An der Zulassungsstelle bekommen wir ein Formular und müssen damit zur Bank. Am Eingang steht ein Wächter mit Desinfektionsmittel. Eigentlich soll man nur mit Maske eintreten, aber nur die Hälfte der Menschen nimmt das ernst. Dann wieder zurück zur Zulassungsstelle. Dort ein weiteres Formular ausfüllen mit den Daten des Motorrades. Anstellen und warten. Nach einiger Zeit kommt eine dicke Matrone angedampft und beschwert sich über die Seriennummer des Motorrades. Sie sei falsch da zu kurz. Sie muss 17 Zeichen haben, meine hat nur 11. Sie wolle sich das anschauen. Leider steht das Motorrad in Sanyang und nicht in Banjul. Dann sollen wir ein Photo machen und per Whatsapp schocken. Sie gibt Mamodou ihre Whatsapp Nummer. Ewige Bürokratie. Anscheinend nimmt das Programm nur 17 stellige Nummern an.

Für das Auto können wir aber noch den QR Code bekommen den man heutzutage an der Windschutzscheibe braucht. Damit kann die Polizei bei eingg eh m Check alle Halterdaten abfragen. Bis jetut habe ich noch keinen Polizisten mit so einer Wunderwaffe gesehen. Auch das Motorrad soll so einen Code bekommen wenn es denn mal ein Kennzeichen hat.

Differential kaputt

Als wir letztes Jahr die Vanette nach Gambia gefahren hatten, hatten wir in Spanien einen Platten. In Fes hatten wir endlich Zeit uns einen neuen Reifen zu besorgen. Leider hatte er nicht das gewünschte Format 185/75R14C, sondern es war nur ein 185R14C. Wenn man die beiden Reifen nebeneinander hält sieht man einen Höhenunterschied von fast 2 cm. Ich hielt das für nicht so tragisch und liess den Reifen auf die Hinterachse montieren. Knut gab zu Bedenken, dass dadurch das Differential über Gebühr belastet wird, aber ich dachte dafür sei ein Differential da. Leider weit gefehlt. Nach 4000 km machte das Differential Geräusch, die nicht zu überhören waren. Mamodou, unser befreundeter Taxifahrer kannte eine „gute“ Werkstatt in Brikama und er wollte den Wagen dorthin bringen. Letzten Sonntag hat er den Wagen abends geholt und wollte frühmorgens in die Werkstatt. Abends gegen 20 Uhr kam er mit dem Wagen bei uns vorbei, um uns mitzuteilen, dass er am nächsten Tag noch einmal hin müsse, da sei noch ein kleines Geräusch. Man hatte nicht das Differential repariert, sondern die komplette Hinterachse getauscht. Die alte lag noch im Wagen. Für 6000 Dalassis plus 1800 Dalassis Arbeitslohn. Insgesamt ca 150 Euro. Hätten wir das in Auftrag gegeben hätte es bestimmt das Doppelte gekostet. Jetzt mussten wir am Dienstag noch einmal hin. Ich erbot mich mitzufahren. Dort wurde im Sand noch einmal die rechte Bremstrommel herunter genommen. Der Bremszylinder war undicht. Die Bremsbeläge wurden demontiert und die Staubkappen. Dann auf einen Bremskolben so feste gedrückt bis der andere Meterweit durch die Luft flog und im Sand liegenblieb. Die Dichtgummis waren „ verschlissen“ und eine Junge wurde mit etwas Geld losgeschickt welche zu besorgen. Derweilen wurde der Bremszylinder innen mit Schmirgelpapier „ feingehohnt“, dann mit mit Persil gereinigt und mit dem Wasserkännchen durchgespült. Die ganze Zeit lief auch die Bremsflüssigkeit weiter aus. Aber es wurde alles aufgefangen uns man wollte es vorne wieder rein kippen. Das konnte ich aber unterbinden und es wurde neue Bremsflüssigkeit gekauft. Dann wieder alles zusammenbauen, die Bremsbeläge mit Persil gewaschen, sie hatten ein wenig Bremsflüssigkeit abbekommen. Das Entlüften wurde durch Öffnen des Ventils und mehrmaliges Treten des Bremspedals erledigt. Die „ Suppe“ ging natürlich einfach in die Pampa. Jetzt konnten wir weiterfahren. Mamodou fand alles gut gelungen. Die Deutschen bemängeln aber immer noch die Qualität der Bremse, durch Pumpen wird es besser. Vielleicht doch noch was Luft drin?

Irgendwann ist alles zu Ende

… so auch der schönste Urlaub. Eigentlich wollten wir nach dem Kofferpacken und aufräumen noch an den Beach fahren, aber dann war uns das doch zu viel Stress. Also gammelten wir noch am Haus herum. Der Sprinter wurde noch komplett entleert und entgültig geparkt, Nummernschilder abgebaut, da er in Deutschland noch abgemeldet werden muss. Die Vanette wurde direkt daneben geparkt mit ihren nagelneuen gambischen Nummernschildern.

Der fertiggewordene Store wurde eingeräumt und dann ging es mit Mamadou gegen 16 Uhr auch schon los zum „Blue Kitchen“. Dort wollten wir vor der Abreise noch etwas essen und noch ein, zwei Humpen Zapfbiet geniesen.

Das Flugzeug startete pünktlich um 21:40 in Banjul und war um 3:40 in Barcelona. Jetzt galt es fast 7 Stunden rumbringen, wo es hier keine ordentlichen Schlafgelegenheiten gab. Aber wo ein Wille da ein Weg.

Die Autos

Diesmal sind wir mit zwei Autos losgefahren, einen Mercedes Sprinter, 312D, Baujahr 1996, knapp 300.000 km für Jawla von der Rainbow Lodge und einer Nissan Vanette, Baujahr 1998 und 70.000 km auf dem Tacho. Eigentlich wollten wir diesen Wagen auch verkaufen, aber Andrea hat sich wieder in diesen Wagen verliebt und wollte auch gern einen Wagen vor Ort haben. Alles in allem sind beide Wagen hervorragend gefahren, wenn auch die Sprinter Windschutzscheibe sich einen Riss zugezogen hat und dich die seitliche Verklebung derselben gelöst hatte. Dadurch wurde der Riss immer länger, so dass wir die Scheibe noch einmal mit Gaffer Tage nachgeklebt werden. Da dasselbe auch auf der anderen Seite passierte, klebte Knut dort auch noch mal nach. In der Vanette hat sich durch das ganze Gerappel das Solar Alpaka irreparabel zerstört. Die Solarzelle hatte sich herausgerappelt und ist verschwunden. Auch hat das Differenzial einen Schaden genommen und knarrt morgens ganz fürchterlich. Ich hatte es noch einmal mit etwas Öl probiert, aber Mamadou, unser Lieblingstaxifahrer hat bei einer Probefahrt festgestellt, dass er das Geräusch ziemlich eindeutig kennt und es einfach zu reparieren geht. Andrea will das beim nächsten Urlaub nit ihm mal angehen. Dazu muss der Wagen ins ca 25 km entfernte Brikama gefahren werden, wo das Differenzial geöffnet wird, um festzustellen, um welches Lager es sich handelt. Das wird dann in Serekuna gesucht/geholt und eingebaut. Das soll einen ganzen Tag dauern und mit Arbeitslohn ca 60 Euro kosten, wenn Mamadou und nicht Andrea den Wagen in die Werkstatt fährt. Mal sehen, ob das klappt.