….und so gehts weiter…

Von Andrea

Samstag holen wir noch Rüdiger vom Flughafen ab. Auch Rüdiger War noch nie in Afrika und ist sichtlich aufgeregt. Sonntag machen wir von Kartung ganz im Süden Gambias aus eine dreistündige Angeltour auf dem Grenzfluss zur Casamance, dem Süden Senegals. Falls wir erfolgreiche Angler sind, werden wir den Fisch abends bei uns grillen. Falls nicht, lassen wir uns was einfallen!?

Sonntag nach Kartung

Montag geht es dann zur Bintang Bolong Lodge. Dort werden wir eine Bootstour durch die Mangroven unternehmen und dort auch übernachten. Am nächsten Tag, also Dienstag führt uns der Weg über Wassu und seine Steinkreise (Weltkulturerbe) nach Janjanbureh. An diesem Tag werden wir viel Auto fahren.

Montag von Sanyang nach Bintang
Von Bintang nach Wassu
Von Wassu nach Janjanbureh

Mittwoch geht es dann mit Banna und seinem Boot auf dem Gambia River tiefer ins Landesinnere zur Stehle von Mungo Park. Touch and Go und wieder zurück nach Janjanbureh. Hier wird Bannas Frau Fanta ein typisch einheimisches Gericht bereiten: Beef Domoda, also Rindfleisch in Erdnusssosse mit Reis. Donnerstag geht es dann wieder zurück nach Sanyang und den Beach.

Von Janjanbureh zum Mungo Park Memorial, allerdings auf dem Fluss!

Ich denke, danach werden sich alle erstmal auf ein paar ruhige Tage am Strand freuen. Samstag feiern wir dann Geburtstag und dann werden wir, wer möchte noch ein paar Tagesausflüge anbieten, z.B. zur Schlangenfarm, zum Crocodilepool, Albertmarket in Banjul und/oder Einkaufsbummel im wuseligen Chaosmarkt von Brikama.

Gleich kommt Besuch!

Von Andrea

Kuchenbacken für die Gäste

Gestern Abend haben wir Anke, Christoph und Markus vom Flughafen abgeholt. Eigentlich wollten sie ja schon am Mittwoch kommen, aber ein Vogelschlag hatte Ihren Flugplan durcheinander gebracht, und so strandeten sie in Brüssel, wo sie dann auch übernachten mussten. Zumindest konnten die Drei im Sheraton am Flughafen übernachten und kamen gestern Abend relativ entspannt und frisch an. Allein, der Flieger stand in Brüssel über eine Stunde auf dem Rollfeld herum, weil man auf irgendwelche Papiere warten musste. Die Folge: der Flieger kam mit anderthalb Stunden Verspätung hier an.

Die Drei durften dann auf den neuen Bänken, die wir für unsere Vanette anfertigen lassen hatten, Platz nehmen.

Zwei neue Bänke für unsere alte Vanette

Mit all dem Gepäck war es dann richtig kuschelig. Von den in unserer neuesten Errungenschaft, einer Kühlbox, mitgebrachten Kaltgetränken fand das Bier den größten Zuspruch, und so stießen wir, und später im Hotel noch einige Male mehr, auf die gemeinsame Zeit an!

Schön, dass Ihr da seid!

Bilder des puren Grauens

Von Andrea

Wir schauen hier jeden Abend die Tagesschau. Heute Abend waren wieder besonders schreckliche Bilder aus Kiew zu sehen, nachdem die Russen sich von dort zurück gezogen haben. Wann hat dieser sinnlose Krieg endlich ein Ende? Und was kommt danach? Bei meinem ersten Eintrag ins Reisetagebuch war ich sehr traurig. Ratlos. Kann es in solchen Zeiten richtig sein, sein Land zu verlassen? Und wenn noch Schlimmeres passiert – kommen wir dann noch heim? Das und vieles mehr hat mich getrieben und verunsichert. Aber ich habe natürlich längst verstanden, dass das Einzige, was wir als deutsche Zivilbevölkerung tun können ist, die Geflüchteten so gut wie möglich zu unterstützen. Und das, dass weiß ich, passiert auf wunderbar engagierte Art und Weise in Arpke und überall sonst.

Aber dieser fürchterliche Krieg berührt auch die Menschen hier vor Ort. Als wir frisch angekommen waren, wurden wir von all unseren Freunden zunächst auf den Krieg angesprochen. Alle verurteilten diesen Krieg, der auf so sinnlose Weise so viele Opfer mit sich bringt. Das war in gewisser Weise tröstlich. Und auf gewisse Weise verbindet uns dieser Krieg, denn auch hier in Gambia steigen die Preise teilweise merklich. Das übliche Brot, Tapalapa genannt, kostet anstatt 7 jetzt 10 Dalassi. Gemüseöl zum braten anstatt 8-10 Dalasi jetzt 20-25 Dalassi. Treibstoff, der ja aus Nigeria kommt, statt 45-50 Dalasi, kostet jetzt knapp 60 Dalasi. Wohin wird das alles noch führen? Ich empfinde die derzeitige Situation mit dem Krieg sehr, sehr beängstigend. Es zeigt sich doch, dass in unserer heutigen globalisierten Welt alle Länder irgendwie voneinander abhängig sind. Und wenn es nur die polnischen oder spanischen Hühnereier aus Käfighaltung sind, die wir hier zum Frühstück essen. Das sind die Eier, die wir hier im Bazar kaufen können. Wir haben keine Wahl. Das sind aber auch die Eier, die die Einheimischen kaufen.

Vor unserer Abreise gab es eine Grafik in der HAZ die darstellte, welches Land in Afrika wieviel Prozent seines Getreides aus Ukraine und/oder Russland bezieht. Die Folgen von Missernten, oder gar keiner Ernten in diesen beiden Ländern werden sich katastrophal auf die Ernährungssituation in diesen Ländern auswirken. Das Schlimmste steht uns erst noch bevor. Da sind kalte Wohnungen in Europa im kommenden Winter nur ein kleineres Problem im Gesamtgeschehen…

Ramadan

Von Andrea

Gestern war der erste Tag des Ramadans. Vorgestern noch war man sich nicht sicher, ob der Ramadan heute oder morgen beginnt. „Wenn wir heute Abend auch nur eine ganz, ganz feine Mondsichel sehen können, beginnt morgen der Ramadan. Wenn nicht, dann beginnt er erst übermorgen.“ ließ ich mir von Ali erklären. Alle würden in den Himmel schauen und die Mondsichel suchen.

Offensichtlich erschien sie am Freitagabend, denn seit gestern ist Ramadan. So war das Dorf gestern Abend, als wir gegen acht vom Strand nach Hause fuhren, auch gespenstisch leer, die Straßen wie ausgefegt. Kaum eine Menschenseele war zu sehen. Das habe ich hier so noch nie erlebt! Aber die Menschen waren vermutlich alle zu Hause, um im Kreise ihrer Familie das Fastenbrechen zu begehen.

Ach ja, Ramadan. Unsere sudanesischen Freunde in Arpke sind ja immer sehr am Stöhnen, wenn der Ramadan beginnt. Aber hier merkt man den Leuten bisher nicht an, dass es sie sehr belasten würde. Das kommt vielleicht noch. Es ist ja auch schon ein riesiges Gemeinschaftserlebnis, dass die Moslem weltweit vereint. Und das bringt ja auch eine gewisse Euphorie mit sich…

Gerhild ist da!?

Von Andrea

Gerhild ist da. Gerhild ist eine unserer wenigen, wackeren Gäste, die ich zu meiner Geburtstagsfeier eingeladen hatte und die tatsächlich auch nicht nur zugesagt, sondern auch wirklich gekommen ist. Gerhild ist die ältere Schwester meiner Grundschulfreundin Hiltrud und unserer Mieterin Jutta. Ich bin als Kind quasi bei der Familie mit aufgewachsen, kenne sie alle und freu mich, das Gerhild den Weg hierher gefunden hat.

Um Gerhild den Einstieg ins afrikanische Leben ein klein wenig zu erleichtern, haben wir sie für die erste Nacht bei uns beherbergt. Sie hatte das Angebot gern angenommen.

Ihr Flugzeug hatte ordentlich Verspätung und wir mussten lange am Flughafen auf sie warten. Wie sich dann herausstellte, hatte der Flieger aufgrund eines Notfalls auf Teneriffa zwischenlanden müssen!

Jedenfalls kam Gerhild gesund und guter Dinge in Banjul an und wir fuhren heim. Wir klönten noch lange, bevor wir uns alle schlafen legten.

Wakeywakey Kaffee mit Keksen

Zum ersten Frühstück gab es Kaffee und Kekse. Zum Aufwachen. So haben wir es uns hier angewöhnt. Dann macht man was, der auch nicht, und dann gibt es richtiges Frühstück. Das gab es heute auch, nachdem Kurt mit Gerhild Brot und Eier kaufen war.

One Kg livewests

Von Andrea

Für meine Geburtstagsgäste wollte ich gern eine Angeltour auf dem Grenzfluss zwischen Gambia und dem Südsenegal organisieren. Der ersten Organisator, den ich fragte, nannte einen Preis von 2.500Dalasi, also rund 45€ pro Person! Ich hab nur gefragt, ob er einen Knall hat und bin auf keine weitere Diskussion eingegangen. Ich hatte aber eine Telefonnummer von einem Anbieter, und da habe ich dann Banna drauf gesetzt. „1200 Dalasi pro Person will er haben. Aber er hat nur sechs Angeln. Ihr seid zu siebt.“ sagte mir Banna am Telefon. „Sag ihm, ich zahle 1000 Dalasi pro Person alles inclusive. Ansonsten wird das nichts.“ dann Banna: „Okay, 1000 Dalasi, six lines but you have to buy livevests.“ „I have to buy livevests? Where should I get them?“ „Yes, ohne Kg livevests!“ „One Kg livewestst? Whats wrong with you?“ „Yes, one Kg crevettes, thats what the fish like the most!“ „Ah, oh, you talk about shrimps!“ „Yes, one Kg!“ – allright. Now I‘ve got it….

Ach, was für ein Tag…

Von Andrea

Der Tag fing gut an. Mit einem ausgiebigen Frühstück…Unser Freund Banna kam gestern Abend zu uns. Heute Morgen hat Kurt ihn überredet, die schweren redwoodbalken auf die Säulen von unserer zukünftigen Aussenküche zu hiefen.

Wie von Engelshänden getragen?

So haben die beiden Balken um Balken, insgesamt drei, auf die Säulen gehievte! Und die Biester sind echt schwer. Als das geschehen war, wollten wir die alte Mc Culough Kettensäge nach Brikama bringen, um sie reparieren zu lassen. Banna sollte sie dann mit nach Janjanbureh nehmen, um dort ein Boot zu zerlegen. Leider sprang die Vanette nicht an. Die Batterie machte schlapp. Dienstag morgen noch sprang sie an wie eine junge ich weiß nicht was, aber jetzt wollte sie nicht mehr

….und jetzt was Kulinarisches

Von Andrea

Kurt und ich sind das erste Mal richtig lange, also vier Wochen am Stück in unserer zweiten Heimat Gambia. Da versteht es sich von selbst, dass man nicht jeden Tag an den Strand Essen gehen fährt, sondern auch mal zu Hause kulinarisch kreativ werden sollte, mit den Mitteln, die wir haben. Und die sind überschaubar! Ein Kühlschrank und eine Gasflasche als Kocher.

Morgen Müsli

So sieht z.B. mein Müsli morgens aus. Nussmüsli aus dem indischen Supermarkt „Best Choise“, Vanillejoghourt aus demselben Supermarkt, Pampelmuse von meinem Lieblingsnachbarn Hassan (ohhhh, das ist noch mal ne Geschichte für sich?) und Stücke einer Zuckermelone. Dazu mein Lieblingstee von Denns, den ich immer dabei habe, „Gute Laune“, und schon wird die Welt mein Freund, Freundin, Befreundetes…ach, ich weiß es doch auch nicht! Ich hab Euch alle lieb, außer Putin!

Esstisch, Küchenanrichte, Coronaecke, alles zugleich. Und Backstube!

Genau! Nämlich! Zu meinen kreativen kulinarischen Ausschweifungen gehörte gestern auch das backen eines Kuchen! Wie das gehen soll mit einem Kühlschrank und einer Gasflasche? Pfannenkuchen heißt das Geheimnis! Ich habe einen Ananas-Schokokuchen gebacken. In der Pfanne! Das ist ganz einfach. Man mischt alle Zutaten zusammen, haut das Zeuch in die Pfanne, auf die Gasflasche und bei geringer Hitze mit Deckel auf der Pfanne garen. Irgendwann mal das ganze Gewächs umdrehen, weiterbacken, fertig!

Ananasschokoladenkuchen aus der Pfanne

Okay, man kann hier und da noch was verbessern, aber der Prototyp ist durchaus nicht misslungen und schmackhaft! Jedenfalls da, wo er nicht schwarz angebrannt ist…

Gemüsebratlinge

….ist ja für Vegetarier eigentlich keine schwarze Magie, son par Bratlinge zubereiten. Aber und obwohl ich immer gern gekocht habe, fallen mir diese vegetarischen Sachen nicht so zu. Aber die Kreation von vegetarischen Bratlingen schmeckten sogar meinem Liebsten!

Der Sandmann kommt….

Von Andrea

…..holt mit seiner kleinen Hand Sand aus seinem Säckerl und bläst ihn Dir in Deine Augen. Sandmann, lieber Sandmann, hähäääähähähäää…Und schups, schläfst Du ein.

Ganz anders, wenn hier der Sandmann kommt. Und der kommt dann auch nicht abends….

Bei uns kam der Sandmann heute Morgen! Laut auf einem Trecker angefahren und bollerte ans Hoftor! „Annnndriiiiaaaaaa! Are you still sleeping??? You lazy louse!“ „yes you f…. b…. I am sleeping!“ – Natürlich rief er mich nicht lazy louse, der Sandmann, und ich sagte auch keine bösen Schimpfworte! Aber aus dem Bett hat er uns schon geschmissen, mit seinem Lärm!

Den Sand brauchen wir für unsere german wall, wie ich sie gerne nenne. Der Maschendrahtzaun, der unser Grundstück bisher einfriedete war von tallugeilen Kindern zerdrückt worden und was standhafteres musste her. Jetzt friedet eine zwei Meter hohe Mauer an drei Seiten das Grundstücks ein. Warum an drei Seiten? Weil das Grundstück an der rechten Seite Menschen einer Volksgruppe (oh Backe, darf ich das so schreiben, oder ist das rassistisch?) gehört, die ganz, ganz böse Menschen sind. Das hat man mir erzählt. Wenn man auf deren Grundstück geht, denen was klaut, oder sonst was Gemeines tut, stirbt man. Deshalb bräuchte ich zu diesem Grundstück keinen Zaun. Von dort kämen keine fiesen Talloklauer….

Oben drauf ist die Mauer mit Glasscherben versehen. Foto folgt. Hier soll keiner mehr rein kommen, und Tallofrüchte, Handtücher oder Aussenfühler vom Thermometer klauen!!! Oder Taschenlampen, Hühnereier und Turnschuhe von unserem watchman! Und wenn das nicht hilft, machen wir eine Berlin Wall daraus, mit Natodraht auf der Mauerkrone und Selbstschussanlagen! Wir wissen uns schon zu helfen!!! Ihr ollen Talloklauer….

Hausmeister bei der Arbeit

Edu, unser „neuer“ Nachtwächter hatte eine kaputte Leuchte in seinem Wohnzimmer. Im Bad ging alles noch, ist aber nicht schlimm, man kann auch mit der Badleuchte das Wohnzimmer erhellen. Ich habe mich der Sache aber mal angenommen und die Leuchte getauscht. Aber sie wollte partu nicht Leuchten. So macht sie ihrem Namen keine Ähre.  Also habe ich den Schalter göffnet, um mal nachzuschauen. Dort erkannte ich auch direkt den Übeltäter. Ein Kabel war abgerissen. Zum Glück hatte ich im Schalter noch genügend Restkabel. Ich wollte es gerade abisolieren, da riss das ganze Kabel samt Litze. Selbst das vorsichtigste abisolieren liess immer die 1,5mm2 Litze reissen. Dabei war das Kabel gar nicht so alt. Produktionsdatum 2019 war aufgedruckt. Trotzdem war es von sehr, sehr schlechter Qualität. Wir haben das selbe Kabel auch bei uns im Haus verbaut. Sollten wir vielleicht mal tauschen. Jetzt habe ich die Zuleitung, als auch die Verteilung zur Wohnzimmerlampe mit unserem guten Erdkabel realisiert und siehe da, es leuchtet wieder. Alle sind glücklich.

Auch die Solaranlage habe ich überprüft. Momodou, unser Lieblingstaxifahrer hatte ja eine neue Batterie besorgt und sie mit dem Elektriker angeschlossen. Da es jetzt nur noch eine Batterie war haben sie auch nur ein Solarfeld mit 400 Watt angeschlossen. Das andere Solarfeld mit 440 Watt haben sie einfach mit isolierten Kabeln neben der Batterie auf den Boden gelegt. Das ist der Solaranlage nicht sehr zuträglich. So habe ich jetzt wieder den Solarregler an das zweite Feld angeschlossen und den Regler auch mit der Batterie verbunden. Ist zwar für eine Batterie von 200AH etwas überdimensioniert, aber es sollen mit dem nächsten Transport insgesamt 840 AH LiFePo4 Batterien angeschlossen werden. Leider ist der Wagen nicht von Arpke nach Sanyang gefahren, so daß die Batterien nicht auf dem Landweg transportiert werden konnten. Der Luftweg hätte nicht unerhebliche Kosten verursacht, da es sich bei LiFePo4 Batterien um Gefahrgut handelt, das nicht in Passagiermaschinen transportiert werden darf. Man hatte un angebotendoch einfach eine Cargomaschine zu chartern, aber das hätte im unteren 6stelligen Euro Bereich gelegen. So werden wir die Batterien doch mit Seefracht zu unserem nächsten Urlaub schicken.