Autoverzollung

Von Andrea

Am Freitag unserer Ankunft klappte es also nicht mit der Verzollung der beiden Autos, weil Bank und Zollbüro bereits geschlossen hatten. Der Chief sicherte mir aber zu, dass der clearing Agent die Zollunterlagen am Montag nach Sanyang bringen würde, er würde mich vorher anrufen, meine Telefonnummer hätte er ja. So weit, so gut.

Montag: nichts tat sich. Allerdings waren wir mit so vielen Dingen beschäftigt, dass ich auch nicht daran dachte, den Agent anzurufen.

Dienstag: Banna war am Sonntag gekommen und seit dem unser Gast. Knut wohnte mittlerweile bei Jawla im Hotel, Markus schlief im Sprinter und Banna im Gästebett. Ich dachte, dass es vielleicht besser sei, wenn Gambia zu Gambia spricht, vielleicht auch noch in ihrer eigenen Sprache. Ich erklärte also Banna die Situation in wenigen, knappen, klaren Sätzen und er rief den Agent an. Die Antwort war, dass der Agent sich um ca. 14.00 Uhr auf den Weg nach Sanyang machen würde. Er würde mich anrufen, wenn seine Ankunftszeit absehbar sei, wahrscheinlich zwischen 16.00 und 18.00 Uhr.

Während Kurt und Markus Knut zum Flughafen brachten, wartete ich am Strand auf den Anruf des Agenten. Um 17.30 Uhr rief ich ihn an und er meinte, er wäre wohl zwischen 18.00 und 19.00 Uhr in Sanyang. Wir vereinbarten, dass er mich anruft, wenn er da ist, und wir treffen uns an der Garage (Bushaltestelle). Aber er meldete sich nicht mehr. Ich rief ihn wieder und wieder an, aber er nahm nicht ab. Ich muss gestehen, ich war sehr ungehalten. 75 000 Dalasi, die er von uns bekommen hatte, sind kein Pappenstiel und ich war sehr besorgt, dass er mit dem Geld irgendwelchen Unfug anstellt…

Mittwoch: Wir waren um 9.00 Uhr mit Banna, der gestern seine Schwester besuchte und bei ihr übernachtete, in Brikama verabredet, um dann alle gemeinsam nach Janjanbureh zu fahren, um ihm den Außenboarder zu bringen. Vorher, um 7.45 rief mich der agent an, er würde die Papiere zwischen 12.00 und 14.00 Uhr bringen. Ich ließ mich da nicht drauf ein, er solle Bitteschön um 9.00 Uhr in Brikama sein. – Das ginge nicht. – Das muss gehen. Wir fahren anschließend nach Janjanbureh. Ich habe Dir gesagt, dass ich die Papiere spätestens Dienstag brauche! Nicht Mittwoch, nicht Donnerstag, sondern Dienstag! – Er sagte, das ginge nicht und damit fertig.

Als Banna pünktlich zum Treffpunkt kam, erzählte ich ihm die Geschichte, und er zog seinen Freund vom Immigrationoffice zur Hilfe. Der Freund sollte zum Office vom agent gehen und die Papiere holen, sie mit nach Brikama bringen, wo er wohnt, und dort dem Bruder Bannas überreichen, der sie dann mir geben würde. Es gab auch telefonischen Kontakt zwischen Freund und agent, allein die Papiere gab es nicht.

Donnerstag: von Janjanbureh aus rief Banna den Chief an und erzählte ihm von der Unzuverlässigkeit des agent und dass wir noch immer nicht unsere Papiere hätten, und ich mir mittlerweile große Sorgen machen würde, nicht mehr schlafen könne und die ganze Zeit am Weinen sei. Es gab noch ein paar Telefonate zwischen Chief, Freund, Banna bis dann, zwei Stunden später, der Freund bei Banna anrief, er hätte soeben die Papiere überreicht bekommen. Übergroße Freude und Erleichterung überkamen mich. Was war ich froh!

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