Reifenwechsel am laufenden Band

Von Andrea

Nach einer heißen Nacht, die sich erst zum Morgen hin etwas abkühlte, nahmen wir im Schweiße unseres Angesichts schön heißen Kaffee zu uns. Dann fanden unsere glühenden Körper ein wenig Abkühlung unter einer unerwartet frischen Dusche.

Aus mit dem Quatsch jetzt! Es ist sauig heiß, kein Windlein weht. Bei der Hitze, in unserem Alter Sex? Da kann man sich ja gleich die Kugel geben.

Das tun wir alles nicht, sondern fahren mit unserer Vanette zum Turntable um Geld zu wechseln, Datenvolumen für den Huawei zu kaufen und im Supermarkt einzukaufen. Als wir das Auto geparkt hatten sahen wir das Malheur: der linke Vorderreifen war platt. Aber sowas von! Glücklicherweise war ein paar Meter weiter der Reifenaufpumper und -reparieren! Der kleine, eigentlich schulpflichtige vielleicht 12-Jährige stellte ziemlich schnell fest: da geht nichts mehr. Ventil im Eimer. Papa gerufen, Reifen abgebaut, Ventil repariert. Währenddessen hat Kurt den Ersatzreifen eingebaut. Ab geht die Post. Schnell noch zum Supermarkt und zum Getränkehändler um unseren nicht vorhanden Antialkoholgetränkevorrat aufzustocken. Aber das funktionierte irgendwie nicht.

Dann schnell nach Hause, die Einkäufe in den Fridge und dann ab an den Strand. Kurz vor Sanyang einer dieser Polizeikontrollpunkte. Die wollten es ganz genau wissen. Fahrzeugpapiere, woher, wohin, Führerschein. Alles prima. Ach ja, dann könnte man ja auch noch mal den Pass sehen. Hatte ich aber nicht. -Tja, den musst Du aber dabei haben. – Ja, das weiß ich, und es tut mir furchtbar leid, aber den habe ich einfach vergessen. Wir sind erst vorgestern angekommen und hatten in unserem Haus in Sanyang so viel zu tun, dass noch nicht alles an seinem Platz ist. Es tut mir wirklich schrecklich leid, dass ich den vergessen habe, aber was soll ich denn nun tun? – ein langes Schweigen meines Gegenübers. Wenn der jetzt denkt, er könnte bei mir abkassieren, werde ich zur Furie. Oder auch eher nicht. Dazu war ich nach den Aktivitäten bei dieser gnadenlosen Hitze gar nicht in der Lage. – Hm, ohne Deinen Pass kann ich nicht sehen, wann Du ins Land gekommen bist? – Oh, mein Mann hat seinen Pass dabei (der hatte dafür seinen Führerschein vergessen, weshalb ich fuhr). Schauen Sie da hinein, dort finden Sie unser Ankunftsdatum! – und – er ließ sich darauf ein! Und während er so neben dem Auto steht und in Kurts Pass herumblättert bemerkt er eher beiläufig, dass unser linker Vorderreifen platt ist. Ich gucke – alter Schwede, nicht nur platt, total im Arsch, würde ich sagen. Der freundliche Polizist bemerkte wohl meine Fassungslosigkeit und ließ uns endlich weiterfahren.

Ein paar Meter weiter auf festem Untergrund einer Tankstelle wechselten wir erneut den Reifen.

6 Antworten auf „Reifenwechsel am laufenden Band“

  1. Hallo ihr Beiden, hätte nicht gedacht, dass sich die Krise so stark auswirkt. Euch scheint ja jedenfalls nicht langweilig zu sein 😉
    Erholt euch gut!
    Liebe Grüße Markus

    1. Hallo Markus, hier gibt es immer was zu tun. Das Haus wurde innen neu gepinselt, da es durch das undichte Dach reingeregnet hatte. Auch alle Türen und Fenster brauchen einen Anstrich mit Rostegal. Auch ist der Zaun am Thallobaum kaputt, da die Kindern immer an die Früchte wollen. Werden wir jetzt mit einer richtigen Wand versuchen. Gruss. Kurt

  2. Hey, langweilig wird euch wohl nicht! Fast jeden Tag eine neue Herausforderung.
    Aber auch ein wenig Strandurlaub ohne Stress (schöne Bilder).
    Lasst es euch weiterhin gutgehen und bleibt
    gesund

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