von Andrea
Das Ende des Ramadan hat mit dem Neumond zu tun. Mit Beginn des Neumondes ist der Ramadan zu Ende. Der Neumond, man kann Folgendes einfach glauben, ich habe das alles gerade recherchiert, weil ich mir so meine Gedanken machte und Fragen hatte…Fragen, die ich niemanden aus Charme ob meiner Unwissenheit stellen mochte. Und ich behaupte, ich bin/war damit nicht allein. Mit dieser Unwissenheit.
Also der Neumond. Der Neumond schließt sich dem abnehmenden Mond an. Der Mond steht dabei zwischen Sonne und Erde, und weil er von hinten, also von uns aus gesehen seine Rückseite von der Sonne bestrahlt wird, nehmen wir ihn bei uns auf der Erde nicht war. Er, der Mond, ist ja nicht selber strahlend wie z.B. ein Stern, sondern strahlt, weil er von der Sonne angestrahlt wird, reflektiert also das Sonnenlicht nur. So. Der Neumond. Ihm folgt der zunehmende Mond. Aber der ist hier jetzt unwichtig, ich weise nur der Vollständigkeit wegen auf ihn hin.
Also der Neumond. Der steht für Neubeginn u.s.w. und das ist im Zusammenhang mit dem Ramadan ja nicht unwichtig. Nach der ganzen Plackerei mit der Enthaltsamkeit, zumindest tagsüber, und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Kopfschmerzen und nicht zuletzt, oder auch gerade zuletzt, Magen-Darm-Problemen aufgrund der nächtlichen Völlerei, ist ein Neuanfang in jeder Hinsicht eine gute Idee. Der, also der Neuanfang, also den, den Neuanfang mit dem Neumond zu beginnen, macht wohl durchaus Sinn, wenn man das Ganze wohlwollend betrachtet. Das möchte ich zumindest versuchen. Soweit. So klar. Ramadanende mit Beginn des Neumondes.
Jetzt aber kommt es dicke. Das Ende des Ramadan wird nicht auf der ganzen Welt zum selben Zeitpunkt, also zumindest mal am selben Tag gefeiert. Das ist nachvollziehbar, denken wir nur an Sylvester. Das zieht sich ja auch einmal um den ganzen Erdball rum und man könnte meinen, es hört nie auf. Aber natürlich ist es einen Tag später vorbei. An der Datumsgrenze.
Wenn also in Mekka oder Medina die Weisen nächtens vors Haus geschickt werden, um zu schauen, was mit dem Mond los ist und sie befinden, das der Neumond morgen beginnt, ist morgen der Ramadan zu Ende. Da kann man nur hoffen, das nicht gerade ein Gewitter aufkommt und der Himmel wolkenverhangen ist. Aber ich vertraue den Weisen aus dem Morgenland und baue darauf, das sie zumindest in diesem Zusammenhang die richtige Entscheidung treffen.
Nun wandert der Neumond weiter. Von Ost nach West. Wie auch unsere Sonne, geht der Mond, egal ob neu, zu- oder abnehmend, voll oder nicht, immer im Osten auf und wandert gen Westen. Das muss nicht zwangsläufig nachts geschehen, kann aber. Das ist dann noch mal ein anderes Thema.
Also irgendwann kommt der Neumond, den keiner sehen kann, in Gambia an. Gambia ist ein kleines Land und liegt sehr weit westlich von Medina und Mekka. Es wäre also aus meiner Sicht der Dinge sehr in Ordnung, wenn das Ende des Ramadan hier einen Tag später als in Mekka oder Medina beginnen würde (siehe Sylvester). Tut, oder tat es aber nicht. Jedenfalls nicht überall.
Und jetzt kommen zwei sehr bemerkenswerte Anmerkungen, Beobachtungen, Begebenheiten, wie soll ich es ausdrücken?
Gambia ist ja ein recht kleines Land, das sich im Wesentlichen von Westen nach Osten erstreckt (oder umgekehrt, ist vielleicht nicht unwichtig). Auch hier in Gambia wurden nächtens weise Männer an die frische Luft gestellt um zu schauen, wann mit dem Neumond zu rechnen ist. Erstaunlicherweise endete der Ramadan aufgrund der Neumondsichtung am verkifften Strand vom Paradies Beach am Sonntag, und zwar morgens um sieben, vorm hell werden. Das heißt, der Ramdan endete für den beinharten Moslem eigentlich schon am Samstagabend, als die Parties losgingen. Denn im Dunkel wird gevöllt. Und dann ist es Sonntagmorgen sieben Uhr, der Ramadan ist zu Ende, es wird Tag und alles ist schön.
Erstaunlicherweise, und jetzt kommt es richtig dicke, haben die an die frische Luft gestellten Weisen im Osten des kleinen Gambias den Neumond erst für den Montag kommen sehen. Eiderdaus! Wer findet den Fehler? Was ist da los, im Osten? Jedenfalls musste unser in Janjanbureh, also weit im Osten lebender Freund Banna einen Tag länger sich durch Müdigkeit, Durst, Hunger und Durchfall quälen als die Menschen im Westen an der verkifften Atlantikküste.
Mir stellen sich zwei Fragen: wie kann der Neumond schneller im Westen an der verkifften Atlantikküste angekommen sein und, und diese Frage ist wahrscheinlich vollkommen unangebracht, aber warum nicht in eine Wetter-App schauen? Wenn ich z.B. in die App WetterOnline schaue, zeigt mir die App sehr genau an, welchen Mondstand wir haben, und wann er auf- und wieder untergeht. Das ist von ebenfalls weisen Männern, sogenannten Wissenschaftlern oder auch Wissenschaftlerinnen berechnet, es stimmt und man muss dafür keinen nächtens nach draußen vors Haus stellen. Ich meine ja nur….