Montagsarbeit

Gestern haben wir alle wieder gearbeitet. Louis hat mit einem Mitarbeiter Blocks geformt, der Carpenter hat Maß genommen, Mustafa der Plumber kam und hat einen Wasserhahn in die Hauptleitung gebaut, und in der Dusche gleich noch eine Schraube festgezogen, aus der es leckte, ich habe erst mit Sinoreh bei ihm im Zimmer Gardinen angebaut und dann unser Bad im Haus noch einmal gestrichen und Sinoreh hat uns alle bekocht.

Als wir dann alle beim Essen saßen, habe ich die Moslems unter uns wissen lassen, dass ich schon weiß, dass bei ihnen Männer und Frauen eigentlich getrennt essen. Dass sie sich bei mir aber damit abfinden müssen, dass ich bei ihnen esse. Mustafa stellte erstmal gleich richtig, dass bei ihm zu Hause auch alle zusammen essen würden. Louis ist Christ, für den ist das eh normal, Sinoreh musste laut lachen und der Rest hüllte sich in Schweigen! Hmmmm.

Ja, es sind alle wieder eingenordet. Louis der Baumeister hat mir sein Angebot für den Bau eines Stores und für die Treppe an der Rückwand des Hauses, an der Hintertür sozusagen, gemacht. Mein Angebot für das Verfüllen des alten Brunnens mit dem Bauschutt der früheren Betondecke, der immer noch die eine Grundstücksecke verunziert, hat er angenommen. 

Der Carpenter hat ein gutes Angebot für das Dach vom Store und dem Aussenclo gemacht. Gestern Abend ist dann spät noch das Fuder Sand für die Blocks gekommen. Heute Morgen hab ich dann beim hiesigen „Obi“ alles Material gekauft. Nun können sie alle loslegen.

Szenen einer „Ehe“

Sinoreh und ich frühstücken immer zusammen. Er kauft das Brot und ich koche Kaffee. Heute Morgen wollte ich aber zeitig los, ein paar Dinge erledigen. Und das Frühstück mit Sinoreh dauert immer seeeehhhhhrrrr lange. Deshalb gab es nur Kaffee mit Keksen. Wir trinken beide gern etwas Zucker im Kaffee. Und so kam es heute Morgen zu folgender Unterhaltung:

„Sinoreh, möchtest Du auch Kaffee? Ist aber keine Milch da.“ „Ja, macht nichts, ich nehm den Kaffee dann auch ohne Milch.“ Ich gieße ihm Kaffee ein. Er fragt: „Kann ich Deinen Löffel zum umrühren haben? – Ich habe ja auch einen, aber der ist drinnen (in seinem Zimmer) und ich bin jetzt draußen.“ Brüll!!!! Eine logische Erklärung. Ich hätte mich totlachen können!

Im Garten von Sinorehs Oma

Heute Morgen bin ich mit Sinoreh endlich in den Garten seiner Großmutter gegangen. Da zeigte er mit dieses Exemplar von Würgeschlange. Tod an einem Baum hängend, geschätzt 3,5 bis 4,00 m lang. Er hatte sie gefangen, bzw. eigenhändig erschlagen. Mit drei Hieben. Immer auf die selbe Stelle. Sie lief ihm nicht einfach über den Weg. Er spürte mal wieder in seinem Körper, dass sie da ist. Deshalb fing er eine Ratte. Band die lebende Ratte mit eine Schnur am Bein fest, und mit dem anderen Ende der Schnur an einem Baum. Als es dunkel wurde, lockte er mit seiner Taschenlampe den Python an. Die folgte dem Lichtschein und machte sich über die Ratte her. In dem Moment, wo sie die Ratte verschluckte, schlug Sinoreh zu. Drei mal auf die selbe Stelle, dann war sie dahin. Er rief seine Mutter an und die sagte ihm, er möge sie in den Garten bringen, weil sie die Haut haben wollte. Um daraus Joujous zu machen, also Zaubermittel gegen allerhand verschiedene Leiden, den bösen Blick und ich weiß nicht, was noch alles. Und da hing sie nun, die Schlange, am Baum in der Sonne, und stank erbärmlich vor sich hin. Sinoreh, der Schlangentöter! Der Held! Wir bekamen noch mehr grüne Paprika von Oma, ich ließ mir noch das ganze Gemüse erklären, das da wuchs, und dann trollten wir uns. Heute Abend war Sinoreh mit Kochen dran. Er kocht eindeutig leckerer als ich. Als ich vom Strand kam zeigte er mir stolz sein Gekochtes, bekam dann einen Teller voll Reis mit Soße, und dann quatschten wir noch ein wenig. Als ich dann duschen gehen wollte, wollte er mir unbedingt noch zeigen, wo er den Python erschlagen hatte. Und das hat mich schier umgehauen. Es war in der hinteren rechten Grundstücksecke. Ich konnte es gar nicht fassen! Ich hatte angenommen, er hätte das Vieh irgendwo beim Gemüsegarten erledigt, aber doch nicht bei uns!? Aber ich muss ihm das wohl abnehmen. Es gibt hier Pythons, und auch nicht wenige. Und um uns herum ist ja überwiegend Acker. Vielleicht will er sich auch nur wichtig machen. Ich weiß es nicht besser, also glaub ich ihm mal. Und um ehrlich zu sein, ein Python ist zwar deutlich größer als eine Cobra, aber meines Wissens nicht giftig und deshalb für mich nicht so bedrohlich wie eine Cobra. Deshalb bin ich ein wenig zwiegespalten… Auf dem Weg vom Garten zurück nach Hause zeigte er mir dann auch noch einen Platz mit einem großen Baum. Hier würden die Mädchen beschnitten. Eine für mich schier unermesslich gruselige Vorstellung. Aber er tröstete mich, dass man das seid zwei Jahren hier nicht mehr machen würde. Aber nach seiner Meinung wäre das schon richtig, die Mädchen zu beschneiden, denn das gäbe ihm als Mann ja eine gewisse Sicherheit. Mir war in dem Moment nicht danach, dieses schreckliche Thema mit ihm zu diskutieren. Aber ich werde das nachholen. Das ist mal so sicher wie das Inshala in der Moschee!

Paprika zum Abendessen

Beim Gardineneinkaufen heute Vormittag habe ich auch gleich Zutaten für unser Abendessen eingekauft. Irgendwie müssen die ganzen Paprika, die Sinoreh aus dem Garten seiner Großmutter mitgebracht hat, ja verbraucht werden. Vermutlich können wir bis zum Ende meines Aufenthaltes hier Paprika, Zitronen und Orangen essen… Jedenfalls kaufte ich Kartoffeln, die mir Sinoreh als Gardenpotatoes vorstellte. Naja, dachte ich, das klingt doch gut. Immerhin sahen sie ja aus, wie Kartoffeln. Aber beim Schälen stellte sich heraus, dass das keine richtigen Kartoffeln sind. Aber egal, immer rin in die Pfanne. Wird schon was werden. Ich war eh auf kulinarischer Abenteuertour mit allerhand Gewürzen, die ich gekauft hatte, ohne eine Ahnung zu haben, was es ist. So würzte ich den Reis (der hier wirklich eine sehr schlechte Qualität hat, da denke ich noch an die feinen Reissorten, die es damals in Nepal gab) fröhlich mit der Gewürzmischung aus einem roten Tütchen (was den Reis schokoladenbraun färbte) und Paprika, Zwiebeln und die Gardenpotatoes mit Jumbo, einer Maggibrühwürfelvariante. Und etwas ziemlich scharfen Chilli, so scharf, dass ich beim Essen ins Husten kam, während Sinoreh fein säuberlich die Chillisamen aus seinem Essen herausoperierte….

Aber er lobte meinleckeres Essen! So what?

Gomez der Maler war da

Das Hofclo in skyblue

Heute kam Gomez, um noch eine Wand zu streichen. Wir hatten noch jede Menge blaue Farbe über, deshalb bat ich ihn, das Hofclo blau zu streichen. Sieht doch klasse aus, oder?

Mein Alltag

Also das mit dem Water Office lief ja wie geschmiert. Und geschmiert war die ganze Angelegenheit. Gestern kam der Kollege vom Water Office mit einem Plumber auf dem Motorrad angebraust, bauten den Wasserzähler ein und stellten keinerlei Fragen. Es war ja offensichtlich, dass wir hier illegal die öffentliche Wasserversorgung angezapft hatten. Aber Banna hatte das wohl geklärt. Deshalb musste ich 3000 Dalasi zahlen, natürlich ohne Quittung, dafür sind wir jetzt aber legale Wasserverbraucher!

Heute Morgen war ich mit Sinoreh Gardinen für seinen watchman Palace Gardinen kaufen. Es gibt hier fertige, bombastische, 3 Meter lange Gardinensets aus 100% Polyester zu kaufen. Meinen Vorschlag, so ein Set in der Mitte durchzuschneiden, und daraus vier Gardinen zu machen, fand Sinoreh erst nicht so toll, willigte dann aber ein.

Die ersten zwei Gardinen haben wir dann angebracht. Dafür hatte ich von Ikea diese Seilsystheme gekauft und mitgebracht. Ich ließ ihn die Löcher bohren, und das ganze Gefummel mit den Seilen übernahm ich dann. Sinoreh hat beim Bohren ordentlich gestöhnt. Die Wände wären einfach zu hart!

Aber dann gingen uns die Schrauben 6/80 aus und er fuhr nach Brikama, um welche zu kaufen. Als er nach vier Stunden wiederkam, hatte er leere Hände. Das seien Schrauben, die es vielleicht in Europa gibt, aber nicht in Gambia.

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erleben.

Der Flug von 6.50 Uhr von Hannover direkt nach Brüssel war gestrichen worden. Dafür ging es nun um 6.15 Uhr von Hannover über Frankfurt nach Brüssel. In Frankfurt wurde aber klar, dass aufgrund eine Lotsenstreiks in Brüssel der Flieger in Frankfurt er so spät starten kann, dass der Anschlussflug von Brüssel nach Banjul nahezu unmöglich zu kriegen war.

Und so kam es dann auch. Der Flieger nach Banjul war bei meiner Ankunft in Brüssel zwar noch nicht gestartet, aber Boarding war nicht mehr möglich. Schließlich hat mir die Fluggesellschaft ein Zimmer im Novotel in Brüssel gebucht, damit ich morgen von hier weiter fliegen kann. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Wenn man selber von so einem Streik betroffen ist, ist das ganz schön doof.

Schlangen sind Fluchttiere


Wenn Schlangen irgendetwas Positives an sich haben, dann, dass sie Fluchttiere sind. Nur wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlen, oder man versehentlich auf sie tritt, wehren sie sich.

Unser neuer watchman Senoreh hatte uns ja gleich am Abend seines ersten Arbeitstages eine Schlange kredenzt, die er abends erschlagen hatte. Das war Freitag. Gestern, Montag, kamen wir nach zweitägiger Abwesenheit aus Georgetown zurück. Und weil Senoreh weiß, dass tote Schlangen uns eindeutig lieber sind als lebende, zumindest wenn es um solche Exemplare auf unserem Grundstück geht, konnte er es gar nicht erwarten, mir seine neueste Trophäe vorzuführen. Dieses Mal aber etwas aufgeregter als am Freitag. Denn nach seiner festen Überzeugung handelte es sich um eine Kobra. Das Belegexemplar lag nicht weit vom Zaun entfernt in der prallen Sonne und roch schon etwas streng. Ich habe das Reptil, wie schon das erste am Freitag, fotografiert, um es mit Bildern aus dem Internet abzugleichen. Jedenfalls war Senoreh abends am kochen, als er im Dunkel des Abends in seinem Körper spürte (so erzählte er es mir), dass eine Schlange auf dem Grundstück sein muss. Mit seiner Taschenlampe leuchtete er seine Umgebung ab und da war sie, die Spycobra. Er griff sich den nächstbesten Bambusknüppel und verfolgte das Vieh ums Haus herum übers ganze Grundstück, bis er sie endlich erwischte und ihr mit dem Knüppel Genick und Rückgrad brach.

Cobras sind sehr giftig. Von einer gebissen, ist das Leben eines Menschen innerhalb einer Stunde ausgehaucht, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die sogenannten Spycobras spritzen, oder spucken ihr Gift dem Feind in die Augen. Wenn man die Augen nicht sofort spült, führt das zur Erblindung. Brillenträger haben da einen gewissen Vorteil. Um so eine Spycobra könnte es sich handeln. Aber es ist schwer anhand von Bildern eine Schlange zu bestimmen….Senoreh glaubt, sich mit Schlangen auszukennen und ist sich sicher, dass es eine Cobra war, und er war auch einen Tag nach der Jagdt recht aufgeregt. Das war nach der ersten Schlange, die wahrscheinlich eine harmlose Hausschlange war, anders.

Senoreh hielt es für erforderlich zu betonen, dass er gern bei uns arbeitet und bleiben wird. Da kam mir der Gedanke, dass andere Nachtwächter nach so einer Schlangenkillertour vielleicht schon ihren Job bei uns an den Nagel gehängt hätten….

Angesichts dessen, dass ich im März allein hier sein werde, bin ich froh, dass Senoreh da ist. Senoreh der Mutige, der Schlangentöter und einzige Feuertänzer Afrikas, der Unheimlichegeschichtenerzähler und Marabou, der Naturliebhaber, der auf seinen Fingerknöcheln Liegestütze macht um mir zu zeigen, wie gut die Wunde verheilt ist, die ich ihm vor ein paar Tagen behandelt hatte.

Es läuft

Nachdem alle Verbindungen in den Wasserleitungen dicht waren, haben wir uns nochmal ernsthaft mit der Solaranlage auseinandergesetzt mit der Erkenntnis:
der Standort ist nicht optimal, weil sie erst spät am Vormittag Sonne bekommt
der Sonneneinfallwinkel ist hier zwischen den Wendekreisen viel steiler als in Deutschland. Deshalb müssen die Paneelen nahezu waagerecht liegen und natürlich nach Süden ausgerichtet, weil wir ja nördlich des Äquators sind

Nachdem wir diese Überlegungen in die Praxis umgesetzt hatten, produzierte die Anlage deutlich mehr Strom. Außerdem haben wir damit begonnen, den Kühlschrank abends vom Strom zu nehmen mit dem Ergebnis, das die Batterie endlich voll geladen wurde. Und die kalte Masse Bier, Fruitcoctails und Flaschenwasser sorgt leicht dafür, das der Kühlschrank über Nacht kaum Temperatur verliert.

Außerdem haben wir gelernt, dass unser Huawei WLAN – gerät jeden Abend an die Dose und geladen werden muss.

Das mobile Solaraufladeteil funktioniert tatsächlich nicht zuverlässig. Ich hatte es im
März im Container mitgeschickt und hatte es vorher getestet und es funktionierte. Jetzt aber lädt es, dann wieder nicht. Wir hoffen, dass wir es umgetauscht kriegen.

Ja, wir haben die Probleme erkannt, und konnten sie lösen. Das gibt uns ein gutes Gefühl!??

Wir haben den dritten und letzten Bambus gefällt. Auch von diesem Bambus sind die Stangen rund 15 m lang. Moses, der uns dabei half, schlug mit seiner Machete geschickt die belaubten Äste ab, die Stangen lagerten wir extra. Die Hälfte des Grundstücks war hoch mit diesem Grünzeug bedeckt. Ein Paradies für Schlangen war geschaffen. Moses, der sich einen kleinen Vorschuss für die Reparatur seines Autos erbeten hatte, tauchte nicht wie verabredet am nächsten Tag wieder auf, um aufzuräumen. Mit allerlei Ausreden blieb er mehrere Tage fern und tatsächlich beobachtete jemand, wie eine Schlange unter dem Grünzeug verschwand.??

Freitagmorgen stellte Louis, unser Baumeister, uns Senoreh vor, der bei uns gern den watchman machen will. Nachdem Kurt mit Senoreh ein amtliches Vorstellungsgespräch geführt hatte, befanden wir ihn für geeignet. Er fing sofort an. Nachdem wir am frühen Abend vom Flughafen wiederkamen, wir hatten Kurts Neffen Amrik dort verabschiedet, zeigte mir Senoreh als erstes die lange Schlange, die im Laub lag und die er erschlagen hatte. ?

Senoreh

Senoreh ist ein langer, schlaksiger Mann von 35 Jahren und lebte bisher bei seiner Mutter. Sein Vater war zunächst als Jäger unterwegs, wurde dann Soldat und gehörte zum inneren Zirkel von Sicherheitsleuten des früheren Diktators Yayah Jameh. Nach der Pensionierung war er als Marabou, also als Kräuterheiler aktiv. Das scheint Familientradition zu sein. Auch Senoreh sollte zur Armee und in die Fussstapfen seines Vaters treten, hatte aber keinen Bock aufs Soldatsein. Deshalb nahm man ihm seinen Pass ab. Er hat eher eine musische Ader, malt, trommelt, baut auch selber Trommeln, ist Feuertänzer und hat die Heilkunst und Kräuterlehre von seinem Vater übernommen. Er heilt also auch. Er ist Gläubiger und praktizierender Moslem, das bedeutet, er trinkt keinen Alkohol, raucht nicht und er betet. Er ist mir sympathisch und ich glaube, dass ich gut aufgehoben bin, wenn ich im März ohne Kurt hierher komme. Freitagabend jedenfalls, nachdem er Kurt alles gezeigt hatte, was er an Arbeit den Tag über erledigt hatte, saßen Kurt und ich später draußen beim abendlichen Pastis und konnten durch die offene Tür seiner Unterkunft ihn beim Gebet beobachten. Die Ruhe und Stille seines Gebetes wirkten auf mich einerseits entspannend, andererseits strahlte die Situation eine unfassbare Kraft auf mich aus. Nachdem er mit seinem Gebet fertig war, setzte er sich zu uns und wir wechselten noch ein paar Worte. Während er morgens doch sehr nervös und unsicher erschien, war er jetzt doch merklich ruhiger.

Wir verabschiedeten uns dann, wünschten ihm eine gute Nacht in seiner neuen Unterkunft und konnten dann beobachten, dass er den Abend noch mehrere Rundgänge mit der Taschenlampe ums Haus machte. Das fand ich nicht nur beruhigend, sondern richtig klasse!??

Samstagmorgen sind wir dann früh mit dem Moped los, Ziel Janjanbureh (Georgetown). Aber über diese Lustreise, die mit einem jähen „Puff“ 15 km vor unserem Ziel und mit einem amtlichen Kolbenfresser endete, schreibt Kurt jetzt ausführlicher…?

Während ich neben dieser Schmierbude von Reparaturwerkstatt auf einer Bank im Schatten eines Schlachterstandes das Gewese um mich herum beobachtete, kam ein Senegalse vorbei mit einem großen Tablett voll mit Tübchen und Döschen voller Cremes, die z.B. geeignet waren, den gestählten Alabasterkörper eines Wrestlers zum Glänzen zu bringen, Kurt wollte diese Creme aber nicht. Er mag seine Gründe dafür haben. Der Mann setzte aber sein Tablett neben mir ab und ich studierte sein Angebot etwas genauer. Dabei fiel mir eine Creme mit dem Namen „Scorpion“ auf! Und tatsächlich sollte diese Salbe auch von üblen Muskelschmerzen befreien. Also direkt gekauft, und tatsächlich heizte Sie meinen Muskelschmerzen ordentlich ein, so dass nach 3-malignen Einschmieren schon alles wieder gut war.

Ostersonntag bis Ostermontag

Sonnabend, 31. März

Banna und seine Kinder haben die Ehre gehabt, als erste in unserm Haus zu schlafen. Nachdem sie im Dorf gefrühstückt haben, kommen sie zu uns an den Strand. Ich hatte bereits ein paar Liegen für uns bereitgehalten. Die Kinder wollten erstmal ein wenig die Gegend erkunden und so machten wir alle zusammen erstmal einen Spaziergang. Dann wechselten die Mädchen in ihre Badekleidung, Markus lieh Banna seine Zweitbadehose, und dann stürzten wir uns in die Fluten. Allerdings sehr vorsichtig, denn Familie Kongira kann nicht schwimmen.

Nachdem Abendessen fuhren Banna und die Kinder mit dem Taxi zum Haus. Es war für uns alle ein total schöner Tag.

Sonntagmorgen sind Markus und ich dann mit dem Motorrad zum Haus, d.h. am hiesigen Obi hat Markus mich abgesetzt, weil ich nur Wellblech und Nägel für das Gäasthaus/watchman house kaufen muss. Ich begleite dann zu Fuß den Eselkarren mit den Einkäufen zum Haus.

Banna und die Kinder verabschieden sich, wollen erst im Dorf noch frühstücken und dann mit dem Buschtaxi zurück nach Georgetown. In afrikanischer Manier haben sie das ganze Grundstück gefegt und geharkt! Es sah mal wieder sehr ordentlich aus!

Banna hat sich gern bereit erklärt, meine mit dem verspäteten Containerschiff geschickten Sachen aus dem Hafen zu holen. Ich hab ihm alle Telefonnummern gegeben, alle informiert, dass nicht ich, sondern Banna die Sachen holen und ins Haus bringen wird, habe Banna Geld für den Transport gegeben, Hausschlüssel – es sollte eigentlich alles klappen!

Sonst klappt ja auch alles wie am Schnürchen. Heute Morgen, Ostermontag, wollte ich bei der Bank meines Vertrauens, der Reliance Bank, mein Bankkonto plündern. Allerdings ist heute Ostermontag und damit offizieller Feiertag! Die Bank geschlossen! Wir wollten gerade ein Taxi nehmen, da hielt Moses neben mir und bot mir an, uns nach Brikama zu fahren. Moses ist ein Rastamann, ca. Anfang 40, trommelt bei den Trommlern drüben im Djungle mit und hat ein Auto! Ich weiß nicht, woher er die Kohle hat, aber eines ist mal sicher: so einen coolen Fahrer hatte ich noch nie. Da ich ja nun eine von Ihnen sei (Moses und ich kennen uns schon länger und ich mag ihn, weil er einer der Wenigen ist, der mich nicht vollquatscht), hat er mir auch einen sehr anständigen Einheimischenpreis gemacht. So fahren wir mit cooler Raggeamusik nach Brikama und Moses, der seinen Arm locker aus dem Fenster hängen lässt. Brikama, Geld tauschen und zurück zum Haus.

Das Dach vom Gästehaus ist fast fertig, der Zimmermann wird ausgezahlt.

Der Schweißer hat Fenstergitter und Tür geliefert und wird ausgezahlt.

Mustafa ist im Bad dabei, Dusche, Clo und Waschbecken anzubauen und wird ausgezahlt.

Gamez I hat seine Malerarbeiten nicht ganz beenden können und bekommt einen Teil ausgezahlt.

Louis Sanyang nimmt Maß für den Einbau von Fenster und Tür, während seine Jungs fleißig dabei sind, das Haus von innen und außen zu verputzen. Ich bitte ihn, das Bad nicht zu verputzen, ich möchte die Wand unverputzt streichen lassen. Er guckt mich einigermaßen verwirrt und hilflos an. Vielleicht hat er mich ja nicht richtig verstanden? Deshalb erkläre ich ihm, dass wir Deutschen es schön finden, wenn die Struktur der Steine noch zu sehen ist. Da gibt er auf, das sieht er ein, andere Länder, andere Sitten, diese Weißen…..mag er sich gedacht haben. Auch er bekommt einen Abschlag ausgezahlt. So sind für heut mal wieder alle glücklich und zufrieden.

Und ich erst! Sanyang hätten auch mit dem Gästehaus schon hervorragende Vorarbeit geleistet. Aber jetzt ist es fast fertig! Den Schlüssel hab ich schon von Louis Sanyang bekommen.

Und natürlich das Wohnhaus! Es gibt zwar hier und da noch Kleinigkeiten zu tun, aber wir können im November einziehen.