Von Fés nach Casablanca führte uns der Weg stundenlang durch landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Korkeichenhaine, ganz viel Olivenhaine, aber auch Wein, ansonsten waren die Felder abgeerntet und nur selten konnte man Tröpfchenbewässerung sehen. Überwiegend ist die Landwirtschaft wohl vom natürlichen Niederschlag abhängig.
In Casablanca haben wir es nun endlich geschafft, die drittgrößte Moschee der Welt nach Mekka und Medina besuchen zu können. Es ist ein bombastischer Bau, oder besser, eine ganze Anlage. Fotos dazu werden wir dann auf Wunsch mal zeigen.
Von Casablanca ging es dann Richtung Süden auf einen Campingplatz. Dort waren wir die einzigen Gäste und die Duschen waren nicht warm. Deshalb verkneiften sich die Männer wohl auch das Duschen. Sind sind halt Warmduscher, im wörtlichen Sinne.
Heute Abend sind wir auf einem Surfercampingplaltz hoch über dem Atlantik angekommen. Vom Strand selbst haben wir nichts mehr gesehen weil wir nach der Ankunft erstmal einen Sundowner nehmen wollten. Es war doch wieder ein langer Tag mit einer Mittagspause in Essaouira. Jetzt sitzen wir hier, und die Jungs streiten sich, wer zuerst unter die kalte Dusche geht. Knut war schon, und die anderen beiden, so befürchte ich, sitzen es aus….
Drei gestandene Männer und ich
Von Andrea
Das ist dann vielleicht doch mal erwähnenswert. Wir machen diese Reise zu viert: Kurt und ich, und Markus und Knut. Bisher hatten wir es wirklich gut und es ging immer sehr lustig zu. Morgens kocht einer Kaffee, das bin bisher nie ich gewesen. Dazu gibt es, was gerade da ist, meistens ein, zwei Kekse. Nach einer Stunde sind wir „on the road“. Abwaschen müssen wir auch. Das wechselt sich ohne große Worte ab. Gestern Abend waren Kurt und Markus dran. Eigentlich wollten sie ja nicht mehr, aber draußen sollte das schmutzige Geschirr nicht stehen bleiben, weil es Hunde gab, und im Auto wollte ich die Dämpfe der Überreste vom Ravioli nicht die ganze Nacht einatmen müssen. Als ich dann später im Waschraum für die Frauen meine Zähne für die Nacht auf Vordermann brachte, kamen Kurt und Markus fröhlich mit dem Geschirr dort hinein mit dem Argument: Geschirrspülen ist Frauensache, deshalb sind wir hier. – Hm, ja, okay. Hauptsache, ihr macht euren Job.
Es ist also davon auszugehen, dass wir alle gemeinsam bisher eine sehr entspannte und lustige Zeit hatten. Und das soll auch so bleiben!
Endlich richtig ausgeschlafen. Und dann eine kalte Dusche. Frisch wie ein Fisch im Frühling fühlte ich mich. Die Jungs taten so, als hätten sie heiß duschen können. Wer’s glaubt…..
Wir brechen auf nach Fés. In einer kleinen Stadt unterwegs verloren wir den Sprinter. Angeblich waren wir falsch herum in eine Einbahnstraße (!) gefahren. Diesen Fehler wollten die Sprinterfahrer nicht machen. Wir verloren uns, hatten zweitweise keinen Funkkontakt mehr, fanden uns wieder und amüsierten uns über die Einbahnstraße…:-)
Na, das war mal ein Gehampel im Hafen von Tanger. Der Zoll wollte und einfach nicht ins Land lassen. Wir sehen wohl alle aus, wie übelste Diebe, Verbrecher, oder zumindest mal wie Waffenschleuser. Was genau der Grund für die ganze Schikane war, wird uns für immer verborgen bleiben, aber wir verbrachten locker drei, vier Stunden dort, wurden hierhin und dorthin geschickt, wurden gescannt, durften die Autos aus- und wieder einräumen. Nach zwei Nachtfahrten waren die letzten 600 km bis Marokko sehr anstrengend und meine Nerven lagen entsprechend blank. Als wir dann auch noch, nachdem man nichts fand, was man uns anlasten konnte, unser Auto ausräumen sollte, habe ich diesem Grenzer laut auf französisch schimpfend (geht doch 🙂 ) die Koffen, Campingstühle, …. eben alles, was im Auto war, vor die Füße geschmissen. Und ich habe ihn gefragt, ob er noch mehr will? Oder ob das jetzt reicht. Irgendwie fand ich, sah der arme Kerl etwas peinlich berührt drein. Eigentlich machte er ja nur seinen Job. Aber das Ganze stank
Als ich im März in Gambia war, schlug Jawla mir vor, doch mal wieder mit dem Auto nach Gamiba zu kommen. Er würde es uns gern wieder abkaufen. Kurt davon zu überzeugen war jetzt nicht wirklich schwierig. Und so wurden über die Zeit zwei Autos gekauft, ein Mercedes Sprinter und eine Nissan Vanette. Beide Fahrzeugtypen haben sich in der Vergangenheit bereits bewährt.
Die Vanette werden Kurt und ich fahren, den Sprinter Markus und Knut. Auch Markus war leicht davon uns zu überzeugen, diese Reise mit uns gemeinsam zu unternehmen. Als Beifahrer konnten wir dann erfreulicherweise Knut rekrutieren, dem auch schon seit einer ganzen Weile der Sinn nach einem neuen Abenteuer stand.
Nun ist es soweit. Die Versorgung der Alpakas ist sichergestellt, der Gartenteich winterfest gemacht, die Wäsche gewaschen, die Autos gepackt. Mit einem Haufen Baby- und Kinderklamotten, Kuscheltieren und einem Außenboarder Motor von Yamaha, den sich unser Freund Banna so sehr wünscht. Sein Honda Motor ist immer wieder kaputt und kann in Gambia nicht vernünftig repariert werden. Die Fischer und alle anderen fahren dort mit Yamaha Motoren, und die reparieren, bauen sie auseinander und wieder zusammen, alles im Schlaf.
In dieser Vanette werden Kurt und ich reisen, wohnen und schlafen.
Hier ist es gerade so schönes Herbstwetter. Ich mag das. Ab Marokko können wir mit höheren Temperaturen rechnen, in Mauretanien wird uns heißes Wüstenwetter mit bis zu 35 Grad und mehr erwarten und in Gambia bewegen sich die Temperaturschwankungen zwischen 26 und 31 Grad.
Am 26.10.2019 geht es wieder los von Arpke nach Gambia.
Die Autos sind schon vorbereitet und fast gepackt. Die Vorfreude steigt.
Letzten Samstag haben wir noch die letzten „Kleinigkeiten“ gemacht, wie Lebensmittel einladen, Wasser und Wein verstauen, letzte „Reparaturen“, wie Radmuttern mit Kupferpaste einschmieren und mit dem richtigen Drehmoment anziehen. Eigentlich könnten wir jetzt schon losfahren, aber leider dauert es noch ein wenig.
Morgen geht es los!
Wir haben noch eine Beschriftung angebracht, damit wir die Wagen besser wiederfinden :-))