Das Hoftor

Wie schon beschrieben, war es noch nie gut. Beide Torhälften schleiften über den Betonboden. Und wer denkt, das muss ja irgendwann mal genug geschliffen haben, denkt ähnlich wie ich. Der Denkfehler ist aber wohl, dass sich die Pfeiler, an denen die Torhälften befestigt waren, ob des Gewichtes der Torhälften, immer weiter nach innen neigten. Jetzt sind ja beide Pfosten neu gemacht und die Scharniere der Torhälften schön einbetoniert. Dann meldete sich der Maurer telefonisch und sagte, wir könnten nun das Tor wieder aufmachen. Das ist für uns natürlich nicht uninteressant, denn solange das Tor nicht geöffnet werden darf, können wir unser Auto nicht benutzen. Jedenfalls war das alles viel zu früh. Wir öffneten das Tor und sofort neigten sich die Torhälften wieder zur Tormitte hin und hin war das Wunder von Toreinbau. Ein ganz klein wenig genervt machten wir dem Maurer klar, als er den nächsten Morgen kam, dass das so alles nichts ist.
Jetzt sollten wir auf der sicheren Seite sein. Der Maurer hat alle Scharniere freigemeisselt, der Schweißer hat die Bewährungseisen im Betonpfosten mit den Scharnieren verschweißt, alles wurde wieder zubetoniert und jetzt warten wir ab.

Andrea hat Schnupfen und die Parties nehmen kein Ende

Seit Samstag. Seit Samstag habe ich Schnupfen. So ätzend, dass er mir die Weihnachtstage verdorben hat. Und heute, Mittwoch, ist er zwar etwas besser, aber immer noch bin ich am Niesen und die Tränen laufen. Bei weit über 30 Grad im Schatten ist das nicht schön und ich bin etwas genervt.
Ausserdem leiden wir mittlerweile unter akutem Schlafmangel. Freitag Party, Samstag Party, Montag Party, Dienstag Party. Und fast immer so laut, dass es einem die Ohren wegbläst, man das Gefühl hat, die Boxen stehen direkt neben dem Bett. Und immer bis halb vier, vier Uhr morgens. Und dann ist man endlich so im Halbschlaf angekommen, rufen die Muhezine der diversen Moscheen ihre Schäflein zum Morgengebet. Ehrlich gesagt haben wir da null Bock drauf. In der Zeit von Weihnachten bis Sylvester wird man uns hier nicht mehr sehen. Bin gespannt, wie das die nächsten Nächte weitergeht. Ab Sonnabend haben wir für zwei Nächte, also über Sylvester, ein Zimmer in einer Lodge in Karton gemietet. Die Lodge liegt weit außerhalb des Dorfes Karton direkt am Grenzfluss zur Casamance und es soll an Sylvester keine Disco geben. Vamos a ver. Oder Inshala, wie der Moslem sagt. Ich freu mich jedenfalls drauf, denn ich habe diese Lodge schon öfter vom Fluss aus beäugt und gedacht, dass das wirklich sehr einladend aussieht, dort. Aufgeräumt und ordentlich. Nun werden wir dort zwei Nächte verbringen! Und dieser ätzende Nupfen wird dann hoffentlich verschwunden sein.

Weihnachten steht vor der Tür

Oh weh, das kann noch doll werden! Morgen ist heilig Abend, und schon heute spielen die Christen verrückt! Aber der Lärm, der heute die Straßen durchflutet und gefühlt die Boxen neben unser Bett gestellt hat, soll uns wohl auf das vorbereiten, was da erst noch auf uns zu kommt….
Pateh sagt, die Christen fangen morgen, also Heilig Abend an, und machen Lärm jeden Abend bis Neujahr. Wenn das so ist, Prost Mahlzeit.
Ich bleib am Ball!

Irgendwie gibt’s ja immer was zu tun

Wir sind jetzt drei Wochen hier. An Haus und Hof gab es einiges zu erledigen.
Fangen wir beim Haus an. Das sollte einen neuen Anstrich bekommen. Mittendrin haben wir den Maler rausgeschmissen, weil er einfach nur Mist gebaut hat. Mit der Folge, dass Einiges an uns hängen blieb. Er hatte das Haus von außen aber schon mal weiß überstrichen. Den zweiten Anstrich haben wir uns geschenkt.
Der Sockel musste gestrichen werden, aber der Maler hatte uns eine ganz neue Technik mit einem Spritzzement versprochen, der aber an der ursprünglichen Ölfarbe nur teilweise hielt. Das ganze Zeugs hat uns nicht nur Geld gekostet, sondern musste abgespachtelt werden, bevor der Sockel neu gestrichen werden konnte. Das habe ich erledigt und auch den Anstrich des Sockels.
Innen im Haus hatte das eindringende Wasser der ein oder anderen Regenzeit an den Wänden Spuren hinterlassen, die ich übertüncht habe.
Einen Moskitofensterrahmen haben wir entfernt, weil sich dort die Termiten all zu sehr wohlfühlten.
Kurt hat verschiedenste Flickarbeiten in Sachen Beton erledigt. So war die eiserne Schwelle unserer Haupteingangstür weggegammelt und Kurt hat den rostigen Rest entfernt und dafür eine Betonschwelle gezimmert. Er hat die Grundstücksmauer teilweise erhöht in der Hoffnung, dass die Kinder nicht mehr darüber kommen.
Wir haben noch ein paar Pflanzen gekauft, um unseren Garten damit zu bereichern.
Nachdem Kurt für die Bedachung unserer Aussenküche mit Palmenblättern gesorgt hat er damit begonnen, ringsum eine Wand zu mauern, während ich die Säulen gestrichen habe.
Unser Hoftor war schon von Anfang an ein einziges Problem, weil es schlecht eingebaut war und sich die Torpfosten in Richtung Tor neigten und beide Torhälften ewig über den betonierten Boden schleiften. Gestern kam der neue Maurer und sie haben die alten Torpfosten weggemacht und neue Torpfosten betoniert. Morgen wird ausgeschalt. Dann muss der Schweißer noch mal kommen und das Tor nachjustieren.
Ausserdem hatte unser Spülkasten vom Clo den Geist aufgegeben. Etwas in der Mechanik war kaputt gegangen. Kurt versuchte, das zu reparieren, aber es gelang leider nicht. Einen neuen Spülkasten bekommt man nicht einfach so, sondern nur ein komplettes Ensembles, also Clo und Spülkasten samt aller Schrauben und Rohre. Ein teurer Spaß. Aber mangels Normen ist es das alleinig Sinnmachende. Denn der neue Spülkasten passte mit dem Clo tatsächlich in keinster Weise zusammen. Jetzt haben wir ein Clo-Spülkastenensemble vom Typ „Orient“ und ich muss sagen, das Sitz- so wie das Spülverhalten dieser Toilettenanlage ist unvergleichlich besser als die alte. Die Investition hat sich unbedingt gelohnt. Allein der Spülvorgang! Ganz langsam aber zuversichtlich sicher entsteht ein wunderbarer Strudel in der Closchüssel, der es auch dem härtesten Brocken unmöglich macht, länger in dieser Schüssel zu verweilen, als dem Betreiber lieb wäre. Das ist der gewaltige Unterschied zur alten Schüssel…
Tja, und so sind wir wirklich viel beschäftigt und wir schauen, dass wir aber nachmittags an den Strand kommen. Das gelingt uns meistens. Mittlerweile ist der Ozean aber leider ordentlich abgekühlt.

Weihnachten steht vor der Tür

….und unser Weihnachtsbaum tuts nicht!☹️ vor ein paar Tagen glimm er noch, aber jetzt ist alles aus.  Natürlich feiern wir auch hier Weihnachten. Vielleicht etwas anders als zu Hause in Deutschland. Aber mit Weihnachtsbaum, im Zweifel auch ohne Beleuchtung. Dann ist das eben so.

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Hamatan

Heute ist Dienstag der 19. Dezember und und seit drei Tagen haben wir Hamatan, diesen ätzend trockenen Wind aus der Sahara. Luftfeuchtigkeit bei 25%. Das ist nichts. Das merkt man/Frau auf der Haut. Die ohnehin schon alternde, trockene Haut wird noch trockener. Das Ergebnis: noch trockenere Haut, noch mehr Falten. Und: es ist saumässig kalt! 23 Grad Celsius mag sich ja für den durchschnittlichen Mitteleuropäer erstmal warm anhören, zumal in dieser Jahreszeit. Aber wir frieren. Morgens. Deshalb bleiben wir einfach etwas länger im Bett. Wir verpassen ja nichts. Es wird aufgestanden, wenn’s warm genug ist. Sind schließlich im Urlaub. Ich hätte einfach mal ein paar Tschirts einpacken sollen, einen Pulli, ne leichte Hose – nun sitz ich da und friere.
Und der Ventilator? Bleibt unbenutzt. Obwohl wir genug Strom haben.

Die Händlerinnen von Kalagi

Die sollen hier unbedingt nicht unerwähnt bleiben, die Händlerinnen von Kalagi.
Auf der Fahrt durch das Land gibt es nicht nur diverse, mitunter anstrengende, Polizeistopps, sondern auch Bushaltestellen. An diesen Stopps kommen dann diverse Frauen ans Fahrzeug und preisen und verkaufen ihre Sachen, meist Essbares wie sogenannte pancakes, kleine runde, in Öl  ausgebackene süße Teigkügelchen, Bananen, kaltes Wasser, Baobabeis an.
In Kalagi fanden wir bei diesen Frauen im Schatten eines  Mangobaumes Raum und Ruhe vor diesem schlimmen Officer in Charge an. Diese Frauen! Insbesondere eine von ihnen, waren so ein Trost! Sie halfen uns mit ihrem Mitgefühl und vor allem ihrer Führsorge durch den Tag. Eine nahm meine Hände in ihre um mich zu trösten, sprach mir gut zu. Sie besorgte mir eine Matte, auf der ich mich ausruhen sollte. Was ich gern annahm und tat. Sie gaben Kurt dieses leckere Halbgefrorenen Baobabeis und luden uns zum Essen ein.
Wir danken Euch Frauen von Kalagi. Ich werde Euch nie vergessen!

Fleurop auf gambisch

Tja, was soll ich sagen? Wir, bzw. Kurt, hat das Thema Baoba so weit gestreut, dass heute Morgen recht früh (wir blieben heute etwas länger im Bett wegen Hamatan und kalt draußen) ein Taxi vorm Tor hielt, einer pocherte ans Tor, Ali öffnete, und da war ein Taxifahrer und lieferte einen kleinen Baobab Baum ab. Mit freundlichen Grüßen von Jawla. Fleurop auf gambisch. Was nicht alles geht?!

Baobabsie

Was uns in einer langen Versuchsreihe nicht gelungen ist – halt, Moment mal.
Vor einigen Jahren hatte ich Baobabsamen von Gambia mit nach zu Hause mitgenommen genommen nommen. Kann man hier samt des weißen Fruchtfleisches, aus dem sich prima gesunder Saft aber auch lecker Eis machen lässt, auf dem Markt kaufen. Also Samen im winterlichen Arpke in die Erde, warm gestellt, Wasser drauf, gewartet, und gewartet, und gewartet, und nichts ist passiert. Der Ehrgeiz war geweckt. Samen im Internet bestellt. Vielleicht waren ja die Samen aus Gambia zu alt, zu schlecht….genau nach Anleitung die neuen Samen vorbereitet, also angeritzt, in warmem Wasser zwei Tage quellen lassen und dieses ganze Schisslawäng…..Nichts ist passiert.
Wir haben jetzt das Thema Baobabbaum in der Community gestreut. Kurt hat der Ehrgeiz erneut gepackt. „Ich will einen Baobab!“ Waren seine zum Glück nicht letzten Worte. Der juiceman meines Vertrauens, Ibrahim, schenkte dem Verzweifelten eine Hand voll Samen, die der Mann meines Vertrauens auch sogleich, gemischt mit einer amtlichen Menge cowpoop, in die Erde brachte. Zwei Mal am Tag wurde gewässert! Eine Woche später: von den 20 Samen waren 15 aufgegangen. Neues Problem: was machen wir mit den ganzen Baobabs?

18 Uhr

Da stand Momodou vor uns und sagte:“ Gib mir mal die Autoschlüssel, wir fahren jetzt.“ Größer hätte meine Verwunderung nicht sein können. Er holte das Auto, wir stiegen ein und fuhren nach Hause. Momodou war mit dem Bus gekommen, zahlte Mr. Maneh den Unkorruppbaren, 1000 Dalasie und schwupps, war die Show vorbei. Wir konnten endlich nach Hause,