Von Andrea









Reisen und Meer
Von Andrea








Bis Februar 2020 gab es in Gambia eine Brauerei die sich „Julbrew“ nannte.

Neben dem bekannten Bier mit dem grünen Etikett, dem Eisvogel als Emblem und dem Spruch „The Gambias best beer“ wurden dort natürlich auch die weltbekannten Anti-alkoholischen Getränke erzeugt, wie Malta, Fruitcocktail und Coca-Cola. Aber auch andere zuckersüssen Softdrinks wie Fimto und dergleichen. Gerade in muslimischen Ländern liegt die Stärke einer „ Brauerei“ bei den Softdrinks. Jahrzehntelang hat die Brauerei für gut Steuereinnahmen gesorgt. Bis einer der Ministern die Steuerschuld auf 80 Prozent angehoben hat. Das konnte natürlich die beste Brauerei nicht mehr erwirtschaften und wanderte in den Senegal ab. Alle Maschinen wurden abgebaut und im Senegal wieder aufgebaut. Jetzt gibt es „ Gambias best beer“ aus dem Senegal. In einer neuen Flasche, d.h. die alten Leergutkisten werden nicht mehr angenommen. Hat das Bier früher in der Kiste 960 Dalassis gekostet, so lostest es heutzutage 1920 Dalassis. Dafür hat es anstatt 4,7 jetzt 5,2 Prozent Alkohol. Da fragt man sich, Wem hat es geholfen ??? In der Kneipe kostet das Bier jetzt anstatt 60 Dalassis 130. Dafür ist Importbier aus Portugal „Sagres“ in der 250ml Dose als Wegwerfartikel günstig zu erwerben. Schöne ? globale Welt. Die Importeier aus Polen haben auch schon wieder zugenommen. Natürlich Käfighaltung !!!
Endlich war Sinoreh fort. Zum Schluss hat er doch sehr genervt. Alle Bekannten fanden ihn auch sehr befremdlich. Was wir am Anfang noch interessant fanden stellte sich später als wüste Übertreibungen heraus. Auch hatte er immer sehr kreative Erklärungen parat, die der Wirklichkeit nie standhielten.
Der Neue fing gestern Abend an und alles war prima. Wenn man lange genug auf ihn eingeredet hatte konnte man glauben er hat es verstanden. Heute morgen gegen 8 Uhr gab es ein lautes Geschäpper draussen. Eine Flasche war heruntergefallen und der Nachtwächter gleich mit. Wir lagen noch im Bett, eilten ihm aber direkt zur Hilfe. Er lag bewegungslos am Boden, zitterte am ganzen Leib, hatte Schaum vor dem Mund. Ich lief zum Nachbarn Hassan und Andrea informierte Louis. Später stellte sich heraus, dass es sich wohl um einen epileptischen Anfall gehandelt hatte. Mit Hassans Hilfe bugsierten wir ihn in den Wagen und fuhren zum Hospital. Louis trafen wir auf dem Weg dorthin. Nach einiger Wartezeit kam Dimingo an die Reihe und musste erst einmal Urin jnd Blut abgeben. Das wurde dann auch direkt untersucht. Dann war es eine elendige Warterei. Der „Chefarzt“ kam nach gut zwei Stunden Wartezeit und sah uns da sitzen. Dann ging alles ganz „schnell“. Nach gut vier Stunden waren wir durch, hatten zwei Mal Medikamente im Ort gekauft. Dimingo wurde von seiner Famkk im lie abgehllt und zu deren Haus gebracht. Wir sind der Meinung, dass es keine gute Idee ist einem so kranken Menschen ganz allein auf unserem Grundstück leben zu lassem. Louis hat sich angeboten in der Zeit, in der wir nicht hier sind auf das Haus aufzupassen. Dimingo wird morgen wieder in den Kreis seiner Familie entlassen und wir suchen uns wieder einen neuen Nachtwächter. Schade.
Von Andrea
Das war alles in allem wirklich schwer. Erstens hatten wir keine Ahnung, wie man einem Angestellten, mit dem man einfach nicht zufrieden ist, kündigt, und schon gar nicht, wie das in Afrika läuft. Außerdem trieb uns die Sorge: was macht er, wenn er nicht bei uns arbeiten kann und das Einkommen fehlt? Und dann auch: wie wird er das aufnehmen? Wird er uns, wie wir es oft genug erleben mussten, in Grund und Boden diskutieren? Wird er uns gegenüber aggressiv? Seit unserem letzten Aufenthalt hier vor einem Jahr hat er sich deutlich verändert, er wirkte mitunter aggressiv und bedrohlich.
Nachdem Kurt und ich uns nach langen Diskussionen und Abwägungen einig waren, dass Sinoreh nicht zu halten ist, haben wir uns ein, zwei Freunden anvertraut und um Rat gebeten. Die Reaktionen waren ernüchternd. „Wenn es nicht passt, muss er gehen. Es ist Euer Leben! Wer will Ärger wenn man nach Hause kommt? Du kannst im Beruf, im Alltag, überall Ärger haben, mit dem Du klar kommen musst, aber zu Hause willst Du Frieden haben. Das ist normal!“ Dieses waren die Reaktion und Antworten. Gut. Wir haben eine Lösung gefunden und Sinoreh musste gehen. Es war ein Abgang ohne Diskussionen und ohne böse Worte. Das war gestern Vormittag. Er ist weg, und wir sind sehr erleichtert.
Er war immer speziell und am Anfang fanden wir ihn, ja, exotisch? Interessant? Weil so anders? Es hat sich in unserer Sichtweise über die Zeit vieles geändert, aber vor allem auch an seinem Verhalten. Er ist weg, und wir fühlen uns extrem erleichtert!
Heute Morgen haben wir seine Hütte ausgeräumt und sauber gemacht. Der neue Watchman soll eine schöne, saubere Unterkunft vorfinden. Wir haben dabei geschwitzt wie die Tiere. Es ist heute mal wieder einer dieser wirklich heissen Tage…
Morgen kommt Dimingo. Er will den Watchman machen. Er ist aus Guinea. Spricht nur portugiesisch und Creol. Das wird noch lustig. Ein älterer Herr, Vater von erwachsenen Kindern, seine Frau ist schon vor vielen Jahren, als er noch in Guinea lebte, gestorben. Er hat nie wieder geheiratet. Er ist auch builder und berufstätig und sein Sohn mit Schwiegertochter leben hier in Sanyang. Bei ihnen nimmt er auch seine Mahlzeiten ein. Uns gefällt die Vorstellung gut, dass er morgens zur Arbeit geht, und nachmittags wieder nach Hause kommt, und nicht den ganzen Tag hier rumlungert und uns auf den Teller guckt…Vamos a ver.
Von Andrea
Kurt hat gemeinsam mit Mamadou, einem Taxifahrer und Freund, die Papiere fürs Auto und Motorrad auf den neuesten Stand gebracht. Alles sollte jetzt seine Ordnung haben.
Von Andrea
Bei der letzten Regenzeit im Sommer 2019 war einiges an Regenwasser durch ein größeres Loch im Dach die Wand hinuntergeflossen. In der diesjährigen Regenzeit an einer weiteren Stelle. Es sah einfach alles nicht mehr schön aus und deshalb haben wir Gomez I beauftragt, die Wohnung neu zu streichen. Das ist jetzt fertig.
Die Fensterläden und Haustüren aus Metall rosten leise vor sich hin. Ich hatte letztes Frühjahr bereits mit Rostegal die rostigen Stellen überpinselt, aber das Rosten geht weiter. Deshalb haben wir Gomez I beauftragt, die Türen und Fensterläden mit Rostegal zu streichen, bis es alle ist. Anschließend ist er dann mit Farbe rüber gegangen. Im Frühjahr gibt es dann mehr Rostegal (etwas vergleichbar probates gibt es hier nicht) und dann kann er weitermachen.
Von Andrea
…unterscheidet sich schon von einem Ferienhaus in z.B. Tirol, oder Ostsee. Hier herrschen ganz andere Klimabedingungen, insbesondere die Regenzeit mit ihrer sehr hohen Luftfeuchtigkeit ist problematisch. Jedenfalls gibt es nach der diesjährigen Regenzeit, die gerade geendet hat, zahlreiche Stockflecken in den Bezügen unserer Sofapolster. Das führt dann leicht, oder bald dazu, dass der Stoff bricht. Er löst sich auf. Hin.
Richtig doof ist aber etwas ganz anderes. Unser Dach ist aus Zinkblech. Wellblech. Das ist hier üblich. Aber die Qualität des Blechs ist nicht so gut. Und obwohl es verzinkt ist, kann es relativ schnell rosten, wenn die Umstände entsprechend sind.
Das erste schwerwiegende Loch im Dach dort, wo das Blech auf der Außenmauer aufliegt, entstand schon während der letzten Regenzeit und es muss einiges an Wasser ins Haus geflossen sein. Die Wand sah in dem Bereich entsprechend aus. Zu Beginn dieser Regenzeit hat Louis, unser builder, das Dach repariert und gleich noch ein zweites Loch, auch da, wo das Blech auf der Außenmauer aufliegt.
Während meines Studiums verbrachte ich einige Zeit auf den Cap Verdischen Inseln, wo ein Berufskollege von mir Zysternen zur Wasserspeicherung baute. Er klagte über den salzigen Sand, der vom Strand geholt wurde, um ihn im Beton zu verarbeiten. Mit dem knappen Süßwasser auf der Insel galt es sparsam umzugehen, das bedeutete, der salzige Sand wurde kaum gewaschen. Die Folge war, dass das Salz im Sand die Bewehrung im Beton angriff.
Daran erinnerte ich mich, als sich unser Dach genau dort zerlegte, wo es auf die Außenmauer trifft, und, damit nichts eindringen kann, schön mit Zement verschmiert wurde. Als ich meine Vermutung zum Besten gab, nämlich, dass der Sand salzig ist und deshalb das Blech rostet, bekam ich mehr und mehr Zustimmung. Ja, der Sand sei zu salzig. Plötzlich wissen es alle…Mit diesem Wissen müssen wir nun eine Lösung des Problems finden, denn es ist absehbar, dass diese Korrosion weitergeht. Schon jetzt sieht man hier und da kleine Löcher im Dach, oberhalb der Wand, wo das Sonnenlicht durchscheint.
Morgen werden wir mit Louis, unserem builder, Lösungen diskutieren. Ich bin gespannt…
Von Andrea







Nach dieser endlosen Bürokratieorgie dann auch noch was positives. Auf dem Rückweg hielten wir bei einem Neureifenhändler an. Normalerweise bedienen sich die Gambier an den Altreifen aus Europa die dort in Containern ankommen. Sehrwahrscheinlich auch aus Deutschland von Firmen wie „Reifen.com“. Die kosten dann auch nur einen Bruchteil vom Neupreis. Für so einen Reifen zahlt man 400-500 Dalassis (ca 8 Euro). Und Reifen, die in Deutschland schon als schlecht angesehen werden fahren hier noch einige 10.000 km.
Der Laden ist gut geführt von einem Libanesen, det aber sofort wusste, dass er keinen 185/75 hat sondern nur einen richten 185er. Dafür in der „C“ Ausführung für kleine Lkw, wie die Vanette eine ist. Dort gab es auch professionellen Rangierwagenheber und Schlagschrauber. Natürlich auch Maschinen zum Reifen aufziehen und Auswuchten. So war alles Sache von sehr kurzer Zeit. Nur das mit dfm Auswuchten war wohl nicht so wichtig. Beim Überprüfen und Nachpumpen der anderen Reifen ist noch ein defktes Ventil aufgefallen. Das wurde natürlich auch noch kostenfrei gewechselt. Nach kurzem Verhandeln einigte man sich auf 3000 Dalassis ( ca 55 Euro) und somit ca die Hälfte von dem, was wir in Marokko bezahlt haben. Mit zwei gleichen grossen Reifen auf der Hinterachse ging es dann beschwingt an den Beach.
Nach der Werkstatt sind wir nach Banjul gefahren. Mein Motorrad braucht ein neues Kennzeichen. An der Zulassungsstelle bekommen wir ein Formular und müssen damit zur Bank. Am Eingang steht ein Wächter mit Desinfektionsmittel. Eigentlich soll man nur mit Maske eintreten, aber nur die Hälfte der Menschen nimmt das ernst. Dann wieder zurück zur Zulassungsstelle. Dort ein weiteres Formular ausfüllen mit den Daten des Motorrades. Anstellen und warten. Nach einiger Zeit kommt eine dicke Matrone angedampft und beschwert sich über die Seriennummer des Motorrades. Sie sei falsch da zu kurz. Sie muss 17 Zeichen haben, meine hat nur 11. Sie wolle sich das anschauen. Leider steht das Motorrad in Sanyang und nicht in Banjul. Dann sollen wir ein Photo machen und per Whatsapp schocken. Sie gibt Mamodou ihre Whatsapp Nummer. Ewige Bürokratie. Anscheinend nimmt das Programm nur 17 stellige Nummern an.
Für das Auto können wir aber noch den QR Code bekommen den man heutzutage an der Windschutzscheibe braucht. Damit kann die Polizei bei eingg eh m Check alle Halterdaten abfragen. Bis jetut habe ich noch keinen Polizisten mit so einer Wunderwaffe gesehen. Auch das Motorrad soll so einen Code bekommen wenn es denn mal ein Kennzeichen hat.