Markus macht einen Ausflug…

…und es wird abenteuerlich.

„Fahr doch mal nach Georgetown (Janjanbureh)“ sagt Andrea zu mir. Andrea und Kurt haben einen Freund (Banna) in Georgetown und ich besuche ihn.

Der Tag beginnt recht früh. Ich werde um 08:30 Uhr von Papis, dem Taxifahrer, vom Hotel abgeholt und nach Brikama gefahren. Während der Fahrt treffen wir auf ein paar Schulkinder, die wir kurzerhand mitnehmen und schon sitzen wir zu siebt im Auto.

Von Brikama fährt der Bus nach Georgetown. Ich habe mich für den „Superexpress“ entschieden, der ist sogar klimatisiert und hält, nicht wie die „normalen“ Busse an jeder Palme.
Das Ticket habe ich schon am Tag vorher im „Busbüro“ gekauft. Das verlief auch besonders. Man nahm meine Geldscheine schrieb auf einen Zettel meinen Namen und heftete alles zusammen. Das war dann die Garantie für einen Sitzplatz. Jetzt heißt es warten. Der erste Bus kommt und ich frage einen freundlichen Mitarbeiter, ob das der Bus nach Georgetown ist? Ich ernte einen ungläubigen Blick. „Nein deiner ist blau, der hier ist doch grün!“ Okay, wieder was gelernt. Dann kommt, übrigens sehr pünktlich, mein Bus. Jetzt beginnt ein Schauspiel. Es wollen deutlich mehr Leute einsteigen, als Sitzplätze vorhanden sind und das Dach des Busses wird mit allerlei Hausrat beladen. Ich bekomme tatsächlich eine Sitzplatz und die Fahrt beginnt.
Nach ca. zwei Stunden dann der erste Halt in Soma. Ich habe etwas Hunger und kaufe mir an der Straße ein Weißbrot, das mit gebratenem Huhn, Soße und Zwiebel gefüllt wird. Es schmeckt, aber man sollte vorsichtig essen, denn es sind auch jede Menge Knochen dabei. Wieder im Bus biete ich meiner Sitznachbarin, sie spricht kein Wort englisch, ein paar Erdnüsse an – sie freut sich sehr. Dann bietet sie mir etwas von ihrem Essen an – ich kann nur leider nicht erkennen, was das ist. Todesmutig greife ich zu – es ist gut gewürztes, aber zähes Rindfleisch – Glück gehabt.
Ich treffe Banna, nach weiteren drei Stunden, an der Haltestelle und wir gehen zu seiner „Lodge“ direkt am Fluss. Georgetown liegt auf einer Insel im Gambiariver. Hier ist alles einfach, aber gut.
Wir mache noch eine Fährfahrt auf die andere Flussseite und erleben einen traumhaften Sonnenuntergang.

Am Nächsten Morgen geht es zuerst nach Wassu (Weltkulturerbe). Hier sind Steinkreise aus der Zeit um 600 vor Christus zu sehen. Die Erklärungen kommen vom „Stone-Man“, einem sehr beeindruckenden älteren Gambia.

Jetzt geht weiter an den Fluss auf ein Boot.

Das Rohr an der Bordwand ist übrigens der Abfluss für alles.

Auf der vierstündigen Fahrt sehe ich Hippos,

Schimpansen (die frei auf einigen Flussinseln leben). Sie wurden Ende der 1970er Jahre dort ausgewildert und vermehren sich.

Zurück in Georgetown, machen wir noch einen kleinen Rundgang durch die ehemalige Sklavenhändlerstadt. Hier begann übrigens auch die Geschichte von „Kunta Kinte“ aus der Serie „Roots“.

Die alten Kolonialbauten verbreiten einen morbiden Charme


Dann gehts noch kurz in eine Berufsschule. Hier bieten einige Niederländische Studenten gerade einen Metallworkshop an.


Das ist die Schulglocke

Wir sitzen dann noch am Wasser und genießen die Natur.

Am nächste Morgen dann die Rückfahrt nach Sanyang. Wir verpassen den „Expressbus“ und müssen ein „Buschtaxi“ nehmen. Das ist mal eine ganz andere Art des Reisens. Es ist heiß (42 Grad) und in dem Sprinter drängen sich 30 anstatt der erlaubten 15 Personen. Aber es herrscht eine gute Stimmung, jedenfalls solange bis ein Reifen platzt und der Fahrer geistesgewärtig handelt und die Fuhre am rechten Fahrbahnrand zum Stehen bekommt – Glück gehabt!

15 Minuten später kommt ein befreundeter Fahrer und bringt ein „neues“ Rad.
Der Rest der Fahrt ist unproblematisch und wir landen gesund und munter und mit vielen neuen Eindrücken in Sanyang und begrüßen Andrea. Das waren tolle Tage.

Karfreitag in Gambia

Karfreitag, den 30. März

Heute Nacht habe ich mal richtig gut geschlafen! Nach dem Frühstück geht es mit dem Taxi zum Haus, denn ich hab noch die große Tasche mit Dingen fürs Haus drin….

Und dann wird gewischt, gewischt, gewischt. Allmählich lässt sich erahnen, dass die Fliesen durchaus einen gewissen Glanz haben. Aber ich glaube, da muss erstmal ein akkurater Fussboden-Glanz-Reiniger von Johnson her……

Gerade hat Banna angerufen, sie seien jetzt kurz vor Brikama. Eigentlich hatte ich frühestens morgen mit Ihnen gerechnet.

Kurz darauf kam eine SMS von Markus: Reifenpanne! Es kann noch dauern….

Ich Versuch derweil im Haus für etwas Atmosphäre zu sorgen und Versuch mal, ein paar Vorher-Nachher-Bilder zu machen.

Und dann sind sie auch schon da. Bewundern das schöne Haus, das bis auf einen Stapel Zementsäcke jetzt auch wie eine Wohnung aussieht. Banna bekommt eine kurze Einweisung. Zum Glück kennt er einfache Verhältnisse und ist nicht weiter entsetzt, dass er auf das Aussenclo gehen muss und auch die Dusche noch nicht installiert ist. Aber das ist für ihn alles kein Problem, draußen ist ein Wasserhahn und eine leere Plastikflasche. Damit kann man sich auch „duschen“.

Dann fahren wir alle mit dem Taxi zum Strand. Markus braucht dringend eine Dusche, weil die Reise doch etwas beschwerlich war, ich eine Dusche, weil ich mich regelrecht heiß gewischt habe. Und die beiden Töchter von Banna haben Hunger. Und sie haben noch nie das Meer gesehen und sind schon ganz aufgeregt.

Auf dem Weg zum Strand fallen Hullei, der älteren Tochter die großen Gemüsegärten am Weg auf. Etwas, was sie von Georgetown kennt.

Später nach dem Essen sind wir dann alle zusammen die rund 3 km nach Sanyang zu Fuß gegangen. Da gab es gut was zu lachen. Ein Junge auf einem Fahrrad kam uns entgegen, und Hullei sagte zu ihrem Vater: also ich bin ja schon sehr schwarz, aber der Junge ist noch schwärzer!

Wenn man hier morgens/vormittags Leuten über den Weg läuft, begrüßt man sich mit „good Morning“ und dann kommt immer die Frage „Howe is the Morning?“ Mich hat das immer schon irritiert. Sehe ich noch so verschlafen oder verfaltet aus, sitzen die Haare nicht? – Bis ich vor ein paar Tagen gelernt habe, dass das eine ganz normale Grußformel ist, die man von den einheimischen Sprachen ins Englische übernommen hat. Jetzt komme ich den Leuten immer zuvor und ich frage : how is the morning? Das kommt gut an!!!

Gestern war Karfreitag und am späten Nachmittag ging Jawla, der Hotelbesitzer im Standrestaurant rum, und jeder bekam eine Art Getränk aus Reis, Bananenbrei, Cocusnuss, ….in ein Becherchen gereicht. Ich habe gelernt, dass man dieses Getränk hier an Feiertagen reicht. Es war sehr lecker. Als ich Jawla daran erinnerte, dass Karfreitag doch ein christlicher Feiertag sei meinte er, dass man da keine Unterschiede machen wolle. Wir hätten doch alle den einen Gott, egal ob Christen oder Moslem! – Man möchte sich so viel Toleranz bei uns wünschen. Aber vor ein paar Tagen las ich in der HAZ eine Karikatur mit Seehofer in der er sagt: Frauen gehören nicht nach Deutschland….in Anspielung natürlich auf den Islam-Satz und in Anspielung, dass er keine Frauen in Führungspositionen in seinem Kabinett hat.

Heut morgen traf ich Brikamer, der gestern seinen freien Tag hatte. Als ich ihn fragte, wie sein freier Tag gestern war, da war er ganz glücklich. Es wurde Karfreitag gefeiert, jeder bekam dieses spezielle Getränk bekommen und man hätte gar nicht unterscheiden können, wer Christ und wer Moslem ist. Das wäre so schön gewesen! Das hat mich ungemein berührt.

Vor ein paar Tagen sprach mit jemanden längere Zeit über das Verhältnis zwischen Christen und Moslem hier im Land. Der war glücklich, das sich in den letzten Jahren so viel zum Besseren geändert hat. Er sagte sowas wie: vor 15 Jahren hätten wir nicht miteinander gesprochen. Vor 10 Jahren hätten wir nicht zusammen gesessen. Vor 5 Jahren hätten wir nicht aus der selben Schüssel gegessen. Und heute gibt es gemischte Ehen!

27./28. März

Dienstag, 27. März

Morgens fahren Markus und ich erstmal nach Brikama. Ich muss Geld tauschen, ein paar kleine Souvenirs besorgen und ich will schauen, ob ich dort Matratzen bekommen kann. Der Taxifahrer ist ein freundlicher Kerl, den uns Pinta von der Rezeption gerufen hat. Er läuft mit uns durch den Bazar, auch durch die stinkige Fischhalle. Der Fisch wird hier ausschließlich von Frauen verkauft und mir kommen die ersten Zeilen von „Das Parfüm“ in Erinnerung…..

Es zeigt sich, dass ich die Matratzen direkt bei Fabrik in Serekunda zuschneiden lassen muss. Auch in Brikama können Sie keine Sondermasse beauftragen. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen beschließe ich, den Matratzenkauf auf November zu verschieben. Wir haben ja noch die Matratze, die im Auto mit Kurt und Markus mitgekommen ist. Darauf können Kurt und ich ja erstmal schlafen, wenn wir im November hier „einziehen“. Außerdem habe ich keine Lust in dieses quirlige Serekunda zu fahren. Es stresst mich dort sehr. Damit ist aber auch klar, dass ich auch dieses Mal noch nicht im Haus übernachten werde. Denn so ganz allein mag ich hier noch nicht übernachten, und mit Markus zusammen auf einer Matratze – also ich denke, ich möchte gern mit meinem lieben Kurt gemeinsam unsere erste Nacht in unserem schönen Haus in Afrika verbringen und es einweihen. So mit Kerzenschein, Spagetti aus der Dose und einem Glas Wein. So viel Zeit muss sein.

Trotzdem werden wir hier wohl schon mal einen Abend verbringen, denn Markus ist heute Morgen (es ist bereits Mittwoch) nach Georgetown gefahren, um meinen Freund Banna zu besuchen. Gemeinsam mit Banna und seinen Töchtern kommt er vermutlich Samstag zurück. Dann sollen Banna und die Kinder hier im Haus schlafen. Und ich denke, wir werden dann hier mal einen Abend alle zusammen ein Bier trinken.

Mittags kommen wir aus Brikama zurück und ich lasse mich in Sanyang absetzen, kaufe noch einen Eimer ein und trotte damit zum Haus. Der Fußboden muss gewischt werden, um den Zementschleier weg zu bekommen. Ich wische also mehrfach den Boden, bis Markus mich gegen halb vier mit dem Motorrad abholt. Ab an den Strand und erstmal was essen.

 

Mittwoch, 28. März

So. Markus ist heute Morgen um halb neun nach Brikama aufgebrochen, wo er dann den Super Express Bus nach Georgetown nimmt. Ein Ticket hatten wir gestern schon gebucht. Banna erwartet ihn und wird ihn vom Bus abholen. So, wie ich Banna kenne, wird er dafür sorgen, dass Markus dort eine gute Zeit hat.

Ich bin dann zum Haus mit dem Taxi gefahren, weil ich noch einen Waschzuber brauche, den ich auf dem Moped nicht transportieren kann. Außerdem ist jetzt auch die Parallelpiste sehr zerfahren und sandig. Gestern sind da gefühlt hunderte Sand-LKW hin und er gefahren. Die haben die Piste ziemlich aufgeweicht….

Jetzt habe ich mir das alte Bettlaken und den Matratzenbezug vorgenommen. Aber das Bettlaken ist hin. Macht nichts, ich habe noch eines in der Kiste, die wir im Dezember im Haus deponiert hatten. Den Matratzenbezug zu waschen ist allerdings eine Herausforderung, und ich musste mit einigen Tricks arbeiten…..

 

 

 

 

 

 

 

 

25./26. März

Sonntag, 25. März

Heute arbeitet nur der Fliesenleger. Der hat genug zu tun und Markus ist so nett und fährt hin, um ihm Tor und Tür zu öffnen. Aber Louis war schneller. Noch vor seiner Kirche ist er hin, und hat Adi Fliesenleger reingelassen. Der war schon um 8.00 Uhr mit seinen Jungs zur Stelle, obwohl er eine sehr lange Anfahrt hat.

Louis würde abends auch alles wieder abschließen und so freute ich mich auf einen reinen Strandtag. Aber Pustekuchen. Um halb drei kam der Anruf, die Fliesen reichen nicht, und zwei Pakete Fliesen sind falsch geliefert. Außerdem reicht der Zement nicht. Na toll! So hab ich mich aufs Moped geschwungen und zum Haus gefahren. Mein Geld reichte noch für die erforderlichen Fliesen und den Transport. Morgenfrüh muss ich also erstmal zur Bank und von meinem neuen Konto Geld abheben, dann Zement kaufen und ihn zum Haus bekommen. Irgendwie.

Am Strand lassen wir dann den doch schönen Strandtag ausklingen. Das Essen schmeckt. Markus isst chickenjassa, ich fishjassa.

Montag, 26. März

Markus fährt mich mit dem Moped zur Bank. Da bin ich wirklich froh drüber, denn diese Sandwege hier werden irgendwie immer weicher und ich empfinde es mittlerweile als Höchststrafe, mit dem Moped zu fahren. Es strengt mich so an durch den Sand zu fahren, dass ich immer völlig erschöpft und mit zittrigen Händen ankomme. Auch als Sozia ist es für mich immer noch anstrengend. Vor allem reine Nervensache….

Jedenfalls hatte die Bank nicht genug Geld vorrätig und die Dame am Schalter bot mir an, erstmal die Hälfte auszuzahlen. So nahm ich, was ich kriegen konnte.

Der Taxistand in Sanyang

Jetzt ging es zum heimischen Obi, um 25 Sack Zement zu kaufen. Markus staunte nicht schlecht, was es da alles gab! Sogar sein Lieblingssprühdosenöl. Da konnte er nicht widerstehen, und erwarb erstmal eine Dose.

Markus fuhr dann weiter zum Haus, um mein Kommen schon mal anzukündigen, während ich auf den Transporter wartete: ein motorisiertes 3-Rad mit einer kleinen Kiste hinten drauf. Er wollte den Zement in zwei Touren fahren. Also die Hälfte Zement in den Kasten, Andrea oben drauf, und ab ging es durch die Mitte.

Auf dem Gelände

Leider wollte der Fahrer, dem ich den Weg zeigen sollte, nicht so fahren wie ich, sondern zielte trotz meines wiederholten und lauter werdenden Protestes zielstrebig die sandige und schwer passierbare Piste an. Auf den letzten Metern würgte er mit laut aufkreischendem Motor durch den Sand, bis er rechts abbiegen musste. Da ging dann nichts mehr. Ich sprang von der Kiste und gemeinsam schoben wir das Gefährt auf festeren Grund, damit er Schwung holen konnte. Da rief dieser Vogel mir zu, ich solle mal schieben helfen! Ja klar, dass hatte ich ja auch vor. Ich rief ihm zu, dass er jetzt auf keinen Fall anhalten solle, und lief im Dauerlauf hinter ihm her. Das blieb auf der Baustelle natürlich nicht ganz unbemerkt. So bat ich Louis als Mann, weil er einer Frau offensichtlich nicht zuhören wolle, dem Vogel zu erklären, dass er besser die andere Piste nimmt! Der Vogel hat es dann verstanden…..

Der Fliesenleger Adi begrüßt mich mit den Worten: Andrea, alle warten hier auf Dich! Das hat mich echt gerührt. Ich mag Adi.

Nur Markus nicht. Der hat mit seiner neu erworbenen Sprühdose erstmal das halbe Moped eingesprühölt!

Die Fliesenlegerei ist heute fertig geworden. Jetzt werde ich Adi erst wieder im November sehen 🙁

Gomez I hat das Haus heute von außen komplett vorgestrichen.

Louis hat damit begonnen, den Fußboden im Gästehaus zu betonieren.

Morgen fahre ich erstmal zu Western Union. Da gibst wenigstens immer genug Geld…

Ausserdem habe ich heute einen Schweißer damit beauftragt, Fenster und Türen fürs Gästehaus anzufertigen. Die sollen Samstag fertig werden. Leider ist der andere Schweißer, der die anderen Fenster und Türen gefertigt hat nicht da. Den fand ich sympathischer.

Dann habe ich noch ein passables Angebot vom Zimmermann, der das Dach baut. Dann ist das Gästehaus zu, und kann erstmal als Store benutzt werden, denn im Wohnhaus möchte ich jetzt keinen Zement mehr lagern!

Ausserdem habe ich heute Kontakt zum Kontaktmann von der Spedition bekommen. Nun weiß ich, dass das Containerschiff am 6. April ankommt, also zwei Tage nach meiner geplanten Abreise. Ab dem 8. April können die Sachen abgeholt werden. So ein Mist! Jetzt hab ich zwei Möglichkeiten: entweder versuchen, den Rückflug umzubuchen, oder jemanden von hier bitten, die Sachen zu hören und ins Haus zu bringen. Die Entscheidung ist schnell getroffen. Denn die nächsten Flüge sind ausgebucht (Osterferien) und auf die Warteliste vertrauen möchte ich nicht. Dafür gibt es zu Hause zu viel zu tun, als hier herumzudölmern!

Nach Telefonat mit Kurt werde ich nun meinen Freund Banna bemühen. Wird schon klappen!

22.-24. März

Donnerstag, 22. März

Schon beim Frühstück tauchte Louis Sanyang auf. Ich hatte ihn zwei Wochen zuvor von Deutschland angerufen und diesen Termin mit ihm vereinbart, hatte aber nicht damit gerechnet, dass er dran denkt….Wir sind dann alle gemeinsam im Taxi zum Haus gefahren und ich dachte, ich traue meinen Augen nicht: das Grundstück war blitzblank aufgeräumt und geharkt. Der Zaun und die Mauer verhindern, das Kühe, Ziegen und sonstiges Getier Zutritt haben. Im Haus war auch aufgeräumt und gefegt! Alle kleinen Verputzarbeiten sind erledigt!

Vom Gästehaus sind die Wände fertig. Bevor der Fußboden aufgebaut wird, will ich die Wasser- und Abwasserleitung im Bad vom Plumber einbauen lassen.

Der Fussboden im Wohnhaus kann gefliest werden, anschließend soll der Maler kommen.

Markus und ich fahren mit der Honda zurück zum Hotel. Die Honda springt sehr gut an. Tolles Moped…

Nachmittags treffe ich mich noch mal mit dem Plumber am Haus. Er listet auf, was er an pipes und fittings braucht, ich geb ihm das Geld, er wird das morgenfrüh alles einkaufen und zum Haus bringen. Freitag wird er alles einbauen.

 

Freitag, der 22. März

Pünktlich um 13.00 Uhr holt Mamadu der Taxifahrer uns ab. Es geht in die Fliesenstrasse, weit weg von hier. Unterwegs gabeln wir noch Adi, den Flisenleger auf. Er soll mich beim Kauf der Fliesen beraten.

Einige Läden müssen wir abklappern, bis ich endlich anthrazit farbene Fliesen finde, die mir gefallen. Der Händler organisiert einen kleinen Truck und Adi fährt mit ihm zum Lager und dann zum Haus, wo Louis auf ihn warten wird. Louis ist der Herr der Schlüssel. Deshalb muss er auf die Lieferung warten.

Denn Markus und ich müssen noch zum Flughafen, das verloren gegangene Gepäck von mir holen. Da wir noch viel Zeit haben, bis der Flieger aus Brüssel um 18.30 Uhr landet, fahren wir mit Mamadu erstmal ins Blue Kitchen um zu essen und ein schönes kühles Zapfbier zu kippen. Heute ist übelster Hamatan, die Luft also voller Wüstenstaub, die Sonne ist nicht zu erahnen und es ist affig heiß.

Zuvor hatte ich mit Adis Hilfe noch versucht, in Serekunda zwei Matratzen für unsere neuen Betten zu kaufen, aber es hat sich herausgestellt, dass die Betten nicht den hier üblichen Massen entsprechen. Die Matratzen müssen also extra zugeschnitten und gefertigt werden. Da es einfache Schaumstoffmatratzen sind, ist das kein Problem, aber es geht doch nicht so schnell, als dass wir sie gleich noch auf den Fliesentransporter mitgenommen werden könnten. Deshalb muss ich wegen Matratzen noch mal extra los.

Mamadu Taxifahrer hatte ich für den ganzen Tag gebucht und so fuhren wir nach dem Essen zum Flughafen. Der Kollege im Brussels office fand heraus, dass meine Tasche an Bord ist. Nach einigem austauschen von unterschiedlichen Meinungen konnten Markus und ich dann endlich ans Rollband. Es dauerte bis zum letzten Koffer, bis diese Tasche endlich auftauchte! Nun sollten wir uns in diese schier endlose Schlange von Reisenden einreihen, deren Gepäck vorm Verlassen des Flughafens noch einmal durchleuchtet werden soll. Eine Angelegenheit, deren Sinn sich mir beim besten Willen nicht erschließen will. Deshalb machte ich es, wie früher schon: ich schlenderte an den Schlangen vorbei, mit dem Tasche tragenden Markus im Schlepptau, fröhlich und optimistisch in die Zukunft blickend. Einem Officer schien ich aufzufallen, aber er blieb dann auf halber Strecke stehen, und ließ mich ziehen. Im hinterletzten Blickwinkel konnte ich sehen, dass Markus mir unbescholten folgen konnte, und so waren wir schwuppdiwupp raus, aus der Gefahrenzone. Endlich war mir auch mal wieder zum Lachen zumute.

Gegen 21.15 Uhr waren wir dann endlich erschöpft und verschwitzt zurück im Hotel. Erstmal unter die Dusche, und dann noch ein, zwei kühle Bier an der Strandbar.

 

Dies war ein extrem anstrengender Tag. Ich bin ja noch gar nicht richtig akklimatisiert, aber voll im Geschäft! Und dass bei dieser Hitze….

Samstag, 23. März

Mit einem Rucksack voll Geld fahre ich gegen 10.00 Uhr mit dem Moped zum Haus. Markus kommt später vielleicht zu Fuß nach.

Ich bin heut mit allen Gewerken verabredet.

Bei meiner Ankunft stehen die neuen Bambusmöbel bereits hübsch arrangiert auf dem Hof! Ein wirklich netter und erfreulicher Anblick! Ich zahle dem Bambusmann Bubacar das restliche Geld und verhandel einen Preis für die Bambusdecke im Bad, die er bauen soll.

Adi Fliesenleger hat mit seinen Jungs bereits begonnen, die Fliesen in der oberen Ebene zu legen.

Mustafa Plumber ist mit seinen Jungs dabei, Wasser- und Abwasser im Gästehaus Bad zu verlegen und wird heute damit fertig und ich zahle ihn später aus.

Louis und seine Jungs haben mit Bauschutt den Boden im Gästehaus auf Niveau gebracht. Nun muss er warten, bis Mustafa mit den Leitungen fertig ist. Louis und ich gehen alle offenen Rechnungen durch und zahle ihn aus.

Dann war auch Gomez I, der Maler da. Er ist aus dem Senegal und spricht französisch, mit Louis einen unfassbaren Kauderwelsch aus Portugiesisch, Spanisch, Englisch und irgendeiner Einheimischensprache. Einen Moment der Konzentration, und dann ging ich das Planungsgespräch mit ihm auf Französisch an. Das klappt dann hervorragend! Wir einigten uns auf einen Preis und er fängt Montag an. Ich habe ihm mehrmals erklärt, dass ich ihm kein Geld geben werden, wenn ich auch nur einen Klecks Farbe auf Fenster, Tür, Zimmerdecke oder Fußboden finde. Das ist nämlich ein echtes Übel, diese Sorglosigkeit im Umgang mit Farbe… Gomez I tat aber so, als sei das alles eine Selbstverständlichkeit für ihn.

 

 

 

Anreise

21.03.2018

Der Tag begann früh. Unser Flug ging um 06:50 Uhr ab Hannover. Andrea wird von Kurt zum Flughafen gebracht und ich mache den Weg mit Öffis.

Ich bin ziemlich alleine.

Zuerst ging es mit einem kleineren Flugzeugtyp nach Brüssel

um dann dreieinhalb Stunden später, mit Zwischenstopp in Dakkar, gegen 19:30 Uhr Ortszeit in Banjul zu landen.

Wir steigen bei angenehmen 25 Grad aus dem Airbus.

Das Gepäck war fast vollständig, es fehlte nur eine Tasche mit eher unwichtigen Gegenständen. Kurz den Verlust gemeldet und dann Geld tauschen, Andreas „Africell Handy“ aktivieren, Taxi suchen, Preis aushandeln, fast wieder aussteigen, dann doch einig werden und nach 45 Minuten Fahrt im Hotel  ankommen.

Afrika hat uns wieder 🙂

Hier in Gambia ist im täglichen Leben so ziemlich alles verhandelbar, aber nicht der Preis des Touristentaxis vom Flughafen in einen der zahlreichen Touristenorten. Zum Beweis und um jeden Zweifel beim Touri auszuräumen hängt bei den Touristentaxistand eine große Tafel mit den Zielorten und ein Preis dabei.

Unser Taxifahrer hat mich innerhalb von 1 Minute gleich zweimal belogen. Er wollte einen zu hohen Preis und bestritt die Existenz der Preistafel. Seiner Lügen schließlich überführt sank seine Laune von schlecht auf nicht mehr vorhanden. Während der Fahrt stellte sich weiterhin heraus, dass er nicht nur unfreundlich, sondern auch freudlos ist. Denn es gibt hier diese Bumper in der Straße, die den Verkehrsteilnehmer zum langsameren Fahren zwingen sollen. Man nennt sie hier „sleeping policeman“ und fährt ganz langsam über sie hinüber, um nicht mit dem Unterboden des Autos aufzusetzen. Anders dieser Taxifahrer. Um im Bild des sleeping policeman zu bleiben: er hat in seiner Freudlosigkeit jeden schlafenden Polizisten erschlagen…

 

D17

D17
Jetzt noch ein letzter Urlaubstag. Wir hängen am Strand ab und gehen ein letztes Mal schwimmen. Der Gedanke, jetzt wieder ins nasskalte Wetter nach Deutschland zurückzukehren schockt irgendwie. Die Abschlussrechnung beläuft sich auf 40.000 Dalassis ( ca. 800 Euro für zwei Wochen Wohnen, Essen und Trinken für zwei Personen. Das finale Gedpräch mit Jawla, dem Hotelbesitzer und potentiellen Autokäufer verläuft gut. Er hatte immer wieder Zahlungen geleistet und auch die Hotelrechnung wird mit dem Wagen verrechnet, so dass nur noch 47.000 Dalassis offen sind. Er verspricht uns, seine Buchhalterin mit Andreas Vollmacht zum „Finanzamt“ zu schicken, um die T-Number zu beantragen. Dann soll sie auch das Sparkonto einrichten lassen, alles ist schon vorbereitet. Darauf soll dann der Restbetrsg eingezahlt werden. Mal sehen, ob das klappt.
Auf dem Weg zum Flughafen übergeben wir auch noch Geld an Louis, der noch einen LKW Steine für das Fundament des Nachtwächterhauses brauchte.
Beim Check-in haben wir die ersten Probleme. Wir müssen noch einmal vom Schalter raus, da wir eine Tasche noch einwickeln müssen. Beim zweiten Versuch machen Sie Probleme mit dem Zelt. Ich gebe zu, der Sack ist etwas unhandlich und wiegt 42kg. Mit gutem Zureden hätten Sie uns 32kg erlaubt, den Rest vielleicht durch zuzahlen. Wir behaupten, wir hätten das in Deutschland mit Brüssel Aurlines abgesprochen. Außerdem haben wir jeder 2x23kg frei und das sind ja immerhin 46kg. Alles diskutieren hilft nicht ich muss doch noch mal ins Büro von Brüssels Aurways, welches direkt oberhalb des Check-ins ist. Dort kennen Sie mich noch von der Ankunft, als unser Gepäck vermisst wurde. Ich erkläre mein Anliegen, dass man ein Zelt nicht auf zwei Pakete verteilen kann. Er ist auch sofort kooperativ und weißt den Check-in vom Fenster seines Büros an und danach geht alles wie am Schnürchen.

Leider war das Zelt dann doch etwas vergammelt, als wir es in Deutschland ausgepackt hatten. Der Plastiksack war nicht so dicht, als dass nicht doch Feuchtigkeit eingedrungen wäre. Schade, mal sehen was wir damit noch machen.

Übrigens ist auch der Film fertig geworden und kann hier angeschaut werden.

D16

D16
Der letzte Arbeitstag fängt mit Zement holen an. Es werden noch 60 Sack benötigt, also holen wir 2 Fuhren a 30 Sack, was jedesmal 1,5 Tonnen ausmacht. Der Wagen selbst hat eine Zuladung von 2 Tonnen, aber über diese holprigen Sandstrassen wollen wir den Wagen auch nicht überladen. Gegen 11 Uhr kommt auch der Bambusmann mit seinem kleinen LKW. 12 Meter langen Bambusstangen kann er nicht laden, so müssen alle Stangen noch abgelängt werden. Diesmal mit einem europäischen Beil, das gibt es hier aber nicht zu kaufen, das hat ihm eine „white Lady“ mitgebracht. Er bekommt aber nicht alles geladen und muss Dienstag noch einmal wieder kommen. Dann ist schon wieder Mittag und wir fahren an den Beach. Gegen 16 Uhr ruft Lamin an und wir überführen das Motorrad und die beiden Blechkisten, in die wir unseren Kram reinpacken. Im Haus wurde dafür die „Küche“ freigeräumt. Dies ist jetzt unser „privater“ Bereich. Dort lagen die ehemaligen Deckenbalken aus Mahagoni. Die werden jetzt draußen auf einer Betonplatte gelagert und für das neue Nachtwächterhaus verwendet. Dann erst mal wieder Beaching. Louis kommt noch am Beach vorbei und bespricht die letzten Details. Er ist heiss darauf die Wände des Nachtwächterhauses mit der Mauer zu verzahnen, deshalb will er mit der Mauer auch direkt das Haus beginnen. Wir lernen, dass für das Eisenbiegen für die Stürze und den Ringanker ein Eisenbieger kommen muss. Auch für das Herstellen der Schalung braucht es Spezialisten. Wir haben zwei Tafeln „plywood“ (Sperrholz) gekauft. Die 1,5 x 2 Meter große Tafel kostet hier immerhin 950 Dalassis was ca. 18 Euro entspricht. Der Schreiner muss nun die Schalung sägen und an der Hauswand anbringen, damit dorthinein das gebogene Eisen gelegt werden kann. Dann wird dort der Beton hineingegossen. Mittlerweile haben wir jetzt 5 Tonnen Zement zum Haus gebracht.
Abends dann große Sylvesterparty mit Buffett. Da dies mit Hummer und Garnelen und sonst sehr Fleischlastig ist, habe ich beim indischen Koch etwas vegetarisches bestellt. Die Musik spielt dazu auf voller Lautstärke. Und auch die benachbarten Lokalitäten zu beiden Seiten geben so schnell nicht auf. Es ist unerträglich laut und wir gehen aufs Zimmer. Ich lege mich erst einmal schlafen. Gegen 23 Uhr sind wir wieder zum Beach wo gerade eine Marching Band mit Tanzgruppe aufläuft. Wir sitzen am Lagerfeuer und schauen dem bunten Treiben zu. Der Strand wir immer voller und zu Mitternacht gibt es auch noch ein Feuerwerk. Auch lassen noch den Korken unserer Schampusflasche knallen und stoßen mit allen an. Die Party geht noch bis in die frühen Morgenstunden. Wir verabschieden uns aber dann beizeiten. Es war aber eine schöne bunte Party.

D15

D15
Langsam Endspurt. Wir haben immer noch kein Geld von Jawla bekommen. Es stehen noch 143.000 von 300.000 aus. Als wir zur Baustelle kommen klagt man über Zementmangel. Es sind zwar nach 30 Sack da, aber Louis und Lamin streiten sich darum wer noch wieviel bekommt. Richtig Kindergarten. Wir fahren zum Beach zurück, um mit Jawla zu sprechen. Er versprach uns bis Abends Geld zu besorgen. Wir sollten noch einmal versuchen ein Sparbuch zu eröffnen ohne Tax Number, aber das funktionierte nicht. Die Number kann aber auch Jemand Fremdes für einen besorgen. Das GRA (Gambian Refund Agency) hat nämlich nur Dienstag Morgens auf. Das Formblatt für das Sparbuch wird schon mal ausgefüllt. Andrea als alleiniger Eigner braucht noch eine Referenz ( mich) und einen Erben (auch mich). Jetzt brauchen wir noch zwei Passphotos. In Sanyang gibt es Photographen, aber die können keine Sofortbilder machen. Die haben noch richtige Filme, die entwickelt werden müssen. Also doch nach Brikama. Wir treffen zum Glück „Easy man“, der mitfährt und uns den Weg zeigt. Leider geraten wir in Brikama in eine Polizeikontrolle, die nach den Papieren fragt. Die Ausrede, dass ich die im Hotel habe und auch mein Führerschein dort liege, hilft nicht, wir müssen rechts ranfahren. Easy man meinte wir können das mit 100 Dalassis regeln. Ich gebe ihm das Geld und er belatschert die Polizei. Eigentlich wollten sie 300, aber er machte ihnen klar, dass ich auch schnell ins Hotel fahren könnte, um die Papiere zu holen, dann würden sie nichts mehr bekommen, da sollen sie doch besser die 100 nehmen. Die Logik schlug an und wir konnten weiterfahren. Die Passphotos wurden dann mit einer Digitalkamera aufgenommen und auf Photopapier ausgedruckt. Die Bank fand es gut.
Von Jawla bekamen wir 50.000 Dalassis, so dass jetzt 2/3 bezahlt ist. Den Zement kaufen wir morgen, da am Haus keiner mehr ist zum Abladen. Wir fahren trotzdem noch mal hin, um im Haus etwas aufzuräumen, da wir dort unsere Sachen einlagern wollen. Andrea kehrt noch einmal ums Haus und ich grabe noch eine Palme aus. Gegen 19 Uhr kommen wir zurück und sind richtig platt.